Libysche Küstenwache bringt mehr als 200 Flüchtlinge zurück an Land

Flüchtlinge in Tagiura bei Tripolis

Die libysche Küstenwache hat 205 Flüchtlinge auf dem Mittelmeer aufgegriffen und zurück an Land gebracht. Die Flüchtlinge seien auf drei Schlauchbooten vor Zaouia im Mittelmeer unterwegs gewesen, teilt die libysche Marine am Samstag mit. Bei den am Freitag aufgegriffenen Flüchtlingen handelte es sich demnach um 158 Männer, 33 Frauen und 14 Kinder, die vor allem aus afrikanischen Ländern wie Mali, Elfenbeinküste und Guinea stammen.

Wenn die libysche Küstenwache Flüchtlinge auf dem Mittelmeer aufgreift, übergibt sie sie an Land üblicherweise Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die sich um erste Hilfe und Verpflegung kümmern. Anschließend werden die Flüchtlinge in überfüllte Lager gebracht, die von den NGOs regelmäßig wegen drastischer Menschenrechtsverletzungen kritisiert werden.

Die ohnehin schwierige Lage der Flüchtlinge in Libyen wird durch den Machtkampf zwischen der international anerkannten libyschen Einheitsregierung und dem abtrünnigen General Chalifa Haftar verschärft. Haftars Truppen starteten im April eine Offensive zur Eroberung der Hauptstadt Tripolis. Bei den seither tobenden Kämpfen wurden schon mehr als tausend Menschen getötet.

In Libyen herrscht schon seit dem Sturz und gewaltsamen Tod des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Chaos. Tausende Flüchtlinge aus unterschiedlichen Regionen Afrikas nutzten diese Situation, um durch Libyen an die Mittelmeerküste zu gelangen.