Libyen weist Vorwurf exzessiver Gewalt gegen Flüchtlinge zurück

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Nach der Massenflucht erneut festgenommene Migranten (AFP/Hussam AHMED)

Nach einem Massenausbruch aus einem Haftlager für Flüchtlinge in Libyen hat die libysche Regierung den Vorwurf eines exzessiven Gewalteinsatzes zurückgewiesen. Bei einem "Sicherheitseinsatz" nach dem Ausbruch am Freitag sei "professionell und ohne exzessive Gewaltanwendung" vorgegangen worden, betonte das Innenministerium in Tripolis am Samstag. Bei der Massenflucht waren nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sechs Flüchtlinge von Wachen erschossen worden.

Das libysche Innenministerium erklärte dagegen, bei der Massenflucht sei es zu einem Gedränge gekommen, bei dem ein Flüchtling ums Leben gekommen und mehrere weitere verletzt worden seien. Auch mehrere Polizeibeamte seien verletzt worden.

Im betroffenen Lager Al-Mabani sind derzeit 3000 Migranten untergebracht. Eigentlich ist das Lager nur für 1000 Menschen ausgelegt. Die IOM prangerte die "schrecklichen" Lebensbedingungen in der überfüllten Einrichtung an.

Die Vereinten Nationen kritisierten bereits wiederholt die willkürliche Inhaftierung von Migranten in dem vom Bürgerkrieg gezeichneten Land. Flüchtlinge berichten von Überfüllung, Hunger, Folter und unzureichender medizinischer Versorgung in den Haftlagern, die oft nicht von Regierungsbeamten, sondern von Milizen betrieben werden.

gt/fml

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