Liam Neeson schockt mit kontroversem Interview

Victoria Timm
Freie Autorin für Yahoo Kino
Liam Neeson gestand in einem Interview, er wollte einen Schwarzen töten. (Bild: Evan Agostini/Invision/AP)

Seine Paraderolle ist mittlerweile die des rachelüsternen Familienvaters, der nach einem Schicksalsschlag an seinen Peinigern Vergeltung üben will. Nun offenbarte Liam Neeson eine erschreckende Parallele zwischen seinen Leinwandfiguren und seinem echten Leben. In einem kontroversen Interview gestand er, dass er einst ernsthaft Mordgedanken hegte. Er wollte einen Schwarzen töten.

Eigentlich wollte der Hollywood-Star nur sein neuestes Filmprojekt promoten – den Rache-Thriller “Cold Pursuit”. Um aufzuzeigen, wie gut er sich in seinen Filmcharakter einfühlen könne, erzählte Neeson eine Anekdote über einen Vorfall, den er selbst vor rund zehn Jahren erlebt habe. In einem Interview mit “The Independent” berichtete Neeson, dass eine seiner Bekannten vergewaltigt worden sei. “Meine unmittelbare Reaktion war… Ich habe sie gefragt, ob sie wisse, wer der Mann war. Nein. Welche Hautfarbe hatte er? Sie sagte, es war ein Schwarzer”, erinnert sich der Schauspieler.

Liam Neesons (l.) Holocaust-Drama “Schindlers Liste” feierte im letzten Jahr sein 25. Jubiläum – jetzt wird dem Schauspieler Rassismus vorgeworfen. Auf dem Bild ist er mit Steven Spielberg (m.) und Ben Kingsley (r.) zu sehen. (Bild: Brent N. Clarke/Invision/AP)

Liam Neeson hatte Mordgedanken

Neeson erklärte, er sei daraufhin tagelang mit Rachegelüsten und Mordgedanken durch die Straßen gezogen: “Ich habe das vielleicht eine Woche lang gemacht in der Hoffnung, dass irgendein ‘schwarzer Bastard’ aus einer Bar kommt und mich provoziert, sodass ich ihn töten kann.” Der Star betonte in dem Interview, dass er einige Zeit später von selbst wieder zur Vernunft gekommen sei und distanzierte sich von seinem Verhalten. Er schäme sich inzwischen dafür und habe seine Lehren daraus gezogen. “Es war furchtbar, furchtbar, wenn ich daran zurückdenke, dass ich das getan habe. Und ich habe es nie zugegeben”, erklärte Neeson.

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Rassismusvorwürfe gegen Neeson

Nach der Veröffentlichung des Interviews reagierte das Netz sofort. Zahlreiche User echauffierten sich darüber, dass Neeson als Erstes nach der Hautfarbe des Täters gefragt hatte. Außerdem bezweifeln viele, dass der Schauspieler bei einem weißen Täter ebenfalls Mordgelüste entwickelt hätte.


“Es wäre das eine, wenn Liam Neeson gesagt hätte, er wollte den Vergewaltiger finden und ihm wehtun. Aber zu sagen, dass er aus Vergeltung einen beliebigen Schwarzen töten wollte, ist so, wie wenn die Polizei irgendeinen Schwarzen festnimmt, nur damit der Fall zu den Akten gelegt werden kann.”


“Es tut mir leid zu hören, dass er sich so gefühlt hat. Die Frage ist: Wäre seine Bekannte von einem Weißen vergewaltigt worden, wäre seine Reaktion dann dieselbe gewesen? Er hätte diese Geschichte auch mit ins Grab nehmen können. Er ist jetzt auf meiner Liste der unbeliebtesten Schauspieler.”


“Ich kann die Wut verstehen, die man fühlt, wenn einer geliebten Person in so einer ekelhaften Art wehgetan wird. Aber man würde doch davon ausgehen, dass man will, dass der Täter bestraft wird und nicht einfach irgendjemand aus derselben ethnischen Gruppe. Das ist nur eine Ausrede für deinen Rassismus. #LiamNeeson”

Tragische Ironie: 1993 wurde Liam Neeson für seine Leistung in Steven Spielbergs Holocaust-Drama “Schindlers Liste” für einen Oscar als “Bester Hauptdarsteller” nominiert, er ging damals allerdings leer aus. Nun muss er sich den Vorwurf des Rassismus gefallen lassen. In seinem neuen Actionthriller “Cold Pursuit” wird Neesons Filmsohn von Drogendealern getötet. Seine Filmfigur macht daraufhin Jagd auf die Mörder.

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