Liam Neeson kritisiert #MeToo: Knie anfassen kann Mann den Job kosten

In seinen Filmen stets Gentleman und Retter in der Not: Liam Neeson. (Bild: AP Photos)

Seit Monaten verlieren Männer in der Showbranche reihenweise ihre Jobs, weil ihnen sexuelle Übergriffe vorgeworfen werden. Dem Schauspieler Liam Neeson geht das zu weit. In einer Fernsehshow bezeichnete er die #MeToo-Bewegung als „eine Art Hexenjagd“.

In einer Late-Night-Show des irischen Senders RTÉ äußerte sich der 65-Jährige zu der seit Oktober anhaltenden #MeToo-Debatte. Die Verhältnismäßigkeit sei seiner Meinung nach nicht mehr gegeben. Neeson sagte in der Sendung: „Berühmten Leuten wird plötzlich vorgehalten, sie hätten ein Mädchen am Knie berührt oder so etwas und plötzlich werden sie aus ihrem Programm geworfen.“

Der „Taken“-Darsteller spielte damit auf den Fall des amerikanischen Radiomoderators Garrison Keillor an. Der 75-Jährige musste im November 2017 seinen Job beim Minnesota Public Radio aufgeben, nachdem bekannt geworden war, dass er einer Frau die Hand auf den Rücken gelegt hatte.

Radiomoderator Garrison Keillor im Juli 2017 in seinem Büro in St. Paul, Minnesota. (Bild: AP Photo)

Laut Keillor habe die Frau von einem traurigen Erlebnis erzählt. Er habe sie trösten wollen. Die Frau trug eine Bluse mit Rückenausschnitt, sodass Keillors Hand ihre Haut berührte. Er habe sich jedoch sofort dafür entschuldigt und später sogar eine Mail geschrieben, in der er nochmals um Verzeihung bat. Die Frau habe geantwortet, sie habe ihm vergeben. Einen Monat später soll sich der Anwalt der Frau beim Radiosender gemeldet haben. Keillor wurde daraufhin entlassen.

Neeson betonte in der Late-Night-Show, dass Keillors Verhalten etwas anderes sei als das „Harvey-Weinstein-Zeug“. Der irische Schauspieler erklärte aber auch, dass die #MeToo-Debatte an sich eine gesunde Entwicklung sei. Was die Vorwürfe gegenüber seinem Schauspielerkollegen Dustin Hoffman betrifft, sei er unentschlossen. Er fühle sich wie „zwischen den Fronten“, so Neeson.

Dustin Hoffman bei einer Gala im November 2017 in New York. (Bild: AP Photo)

Mehrere Frauen werfen Hoffman vor, er habe sie sexuell missbraucht. Viele davon seien zu dem Zeitpunkt noch minderjährig gewesen. Die Übergriffe sollen in den 70er und 80er Jahren stattgefunden haben. Neeson bezeichnete das als „Kinderkram“. Wenn man am Set mit anderen Schauspielern zusammen sei, tue man oft dumme Dinge.