Von der Leyen wirft Trump Planlosigkeit gegenüber Russland vor

Ursula von der Leyen

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wirft US-Präsident Donald Trump Planlosigkeit gegenüber Russland vor. Eine "klare Strategie" Trumps nach seinem Treffen mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin sei "nicht zu erkennen", sagte von der Leyen dem "Spiegel" laut Vorabmeldung vom Freitag. Putin wolle die wirtschaftliche Schwäche seines Landes überspielen, indem er sich als globaler Player positioniere. Was Trump wolle, sei indes nicht zu erkennen, sagte von der Leyen.

Trump und Putin hatten am Montag vergangener Woche in Helsinki ihren ersten bilateralen Gipfel abgehalten. Bei dem Vier-Augen-Gespräch hinter verschlossenen Türen waren nur noch die Übersetzer der beiden Staatschefs anwesend. US-Abgeordnete forderten Auskunft darüber, ob Trump Putin dabei Zugeständnisse gemacht haben könnte. "Das Problem von Helsinki ist doch, dass niemand wirklich weiß, was dort besprochen oder sogar vereinbart worden ist", sagte auch von der Leyen.

Die CDU-Politikerin warf Trump vor, seine scharfe Kritik an Deutschland sei auch durch sein Frauenbild motiviert. "Eine Frau wie Angela Merkel, eine weltweit angesehene Regierungschefin mit langer Erfahrung, kam in seinem Weltbild vermutlich bisher nicht vor", sagte von der Leyen im "Spiegel". Trump hatte Merkel vor allem wegen ihrer Flüchtlingspolitik wiederholt heftig attackiert.