Von der Leyen: Druck auf Belarus, bis Medienfreiheit respektiert wird

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BRÜSSEL (dpa-AFX) - EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat nach der erzwungenen Flugzeuglandung in Minsk weitere Sanktionen gegen Belarus in Aussicht gestellt und die Freilassung des Bloggers Roman Protassewitsch gefordert. Die Europäische Union werde so lange Druck "auf das Regime" von Machthaber Alexander Lukaschenko ausüben, "bis es die Freiheit der Meinung und die Freiheit der Medien respektiert", sagte von der Leyen am Montagabend vor einem EU-Gipfel in Brüssel. Sie sprach von einem himmelschreienden Verhalten, das strenge Konsequenzen nach sich ziehen werde. Der EU-Gipfel werde verschiedene Optionen beraten.

Konkret nannte von der Leyen Sanktionen gegen Personen, die an der "Entführung" des Fluges beteiligt gewesen seien sowie "gegen Unternehmen, die dieses Regime finanzieren". Zudem werde über Sanktionen gegen den belarussischen Luftfahrtsektor diskutiert.

Die deutsche Politikerin betonte außerdem, dass in der EU ein Investitions- und Wirtschaftspaket für Belarus im Umfang von drei Milliarden Euro bereitstehe. Dies bleibe eingefroren, bis das Land demokratisch werde.

Behörden der Republik Belarus hatten am Sonntag ein Ryanair-Flugzeug mit mehr als 100 Passagieren auf dem Weg von Athen nach Vilnius zur Landung gebracht - angeblich wegen einer Bombendrohung. Dabei stieg auch ein Kampfjet vom Typ MiG-29 auf, wie das Militär in Minsk bestätigte. An Bord war nach Angaben des Menschenrechtszentrums Wesna auch der von Machthaber Lukaschenko international gesuchte Blogger Protassewitsch, der demnach in Minsk festgenommen wurde.

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