Lewis Hamilton: McLaren-Abschied 2012 eine seiner härtesten Entscheidungen

Ruben Zimmermann
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So wie Michael Schumacher und Ferrari einst untrennbar miteinander verbunden waren, so ist das heute bei Lewis Hamilton und Mercedes der Fall. Doch das war nicht immer so. Der Formel-1-Rekordsieger kam 2007 zwar mit Mercedes-Unterstützung in die Formel 1. Allerdings gingen die Stuttgarter damals nicht mit einem eigenen Werksteam an den Start.

So feierte Lewis Hamilton sein Debüt in der Königsklasse bei McLaren und holte 2008 mit der Truppe von Ron Dennis auch seinen ersten WM-Titel. Bis zur Saison 2012 blieb der Brite dem Traditionsteam aus Woking treu, anschließend zog es ihn zu Mercedes, das seit 2010 wieder ein eigenes Werksteam hatte - allerdings noch ohne große Erfolge.

"Damals war es eine der härtesten Entscheidungen, denn ohne McLaren und ihre Unterstützung, zusammen mit Mercedes, hätte ich es nicht in die Formel 1 geschafft", erinnert sich Hamilton an den Herbst 2012 zurück, als er die Entscheidung traf, das Team zu verlassen, mit dem er vier Jahre zuvor zum ersten Mal Weltmeister geworden war.

Deswegen war Hamilton so lange "loyal"

Vor allem finanziell habe McLaren ihn auf seinem Weg in die Formel 1 unterstützt, erklärt Hamilton. Denn der Rennsport sei auch damals schon "so teuer" gewesen, dass ihn sich seine Familie alleine niemals hätte leisten können. Nur mit der Unterstützung von McLaren habe er es damals überhaupt bis in die Königsklasse geschafft, berichtet Hamilton.

"Deswegen war ich ihnen gegenüber loyal. Aber an diesem Punkt musste ich über die Zukunft nachdenken", erinnert sich Hamilton zurück - und bewies rückblickend betrachtet genau den richtigen Riecher. Während McLaren nach der Saison 2012 bis heute nie wieder ein Rennen gewinnen konnte, sammelte Mercedes ab 2014 WM-Titel in Serie.

Hamilton erklärt im Hinblick auf seine Beweggründe: "Ich wollte Teil eines Teams sein, das vielleicht nicht so viel Erfolg hatte und gerade in der Wachstumsphase war. Ich wollte ein Teil davon sein. Ein Teil dieser Reise. Etwas Neues aufbauen. Es war eine aufregende Herausforderung, und ich wusste nicht, wie lange es dauern würde, bis wir gewinnen."

Hamilton ließ sich bei Entscheidung nicht beeinflussen

"Aber ich habe wirklich daran geglaubt, dass wir es irgendwann schaffen", so Hamilton. Aus heutiger Sicht erscheint der Wechsel mehr als logisch, doch damals war er durchaus riskant. Schließlich hatte Mercedes die WM seit dem Comeback 2010 stets hinter McLaren beendet. Zudem kostete es Hamilton Überwindung, diesen Schritt zu gehen.

Seinem damaligen McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh die Entscheidung am Telefon mitzuteilen sei "einer der härtesten Anrufe" seines Lebens gewesen, erinnert sich Hamilton zurück. "Ich hoffe, dass er mir mittlerweile vergeben hat", schmunzelt er und ergänzt: "Ich denke schon, denn er versteht es, und letztendlich war es die richtige Entscheidung."

"Ich wusste, dass es für mich persönlich die richtige Entscheidung war", sagt Hamilton zudem und erklärt: "Ich denke, dass das Leben insgesamt so ist. Niemand kann dir vorschreiben, was du tun sollst. Nur du selbst weißt, was richtig oder falsch für dich ist. Niemand sonst sollte diese Entscheidung beeinflussen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.