Lewis Hamilton nach 97. Pole: Bluffen ist nicht mein Ding ...

Norman Fischer
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Alle drei Trainingssessions gewonnen, in Q2 die schnellste Runde der Qualifikation gefahren, nach dem ersten und nach dem zweiten Run von Q3 geführt - und am Ende die Pole-Position doch wieder an Lewis Hamilton verloren, weil dieser noch eine Extrarunde gedreht hat. Valtteri Bottas erlebte gestern in Portimao wieder einmal, dass sein Teamkollege doch immer da ist, wenn es darauf ankommt.

Das hat der Brite in diesem Jahr schon öfters gemacht. Auch in Mugello ließ er Bottas alle Trainingssessions und auch Q1 für sich entscheiden, nur um doch in letzter Sekunde in Q3 noch zuzuschnappen. Da kommt die Frage auf: Blufft Hamilton und hält er sich vor dem entscheidenden Run absichtlich zurück?

"Das ist eine gute Frage", entgegnet der Mercedes-Pilot. "Ich habe nichts zu verstecken und halte nichts zurück. Ich habe noch nie gedacht, dass das funktioniert."

Er erinnert sich daran, dass es einige Konkurrenten versucht hätten, als er in Juniorserien unterwegs war. "Ich habe es dann in der Formel 3 oder so auch versucht, aber es ging nie so gut aus, von daher war das nie Teil meiner Philosophie."

Hamilton vergleicht es mit dem Aufbau einer Mauer. Erst setzt man den einen Stein, dann den nächsten und wieder den nächsten. "Du verbesserst dich einfach weiter. Im Hintergrund wird so viel Arbeit geleistet, um das ganze feinzutunen und die richtigen Einstellungen für Bremsverteilung und Differential zu finden und wie du jede Kurve angehst. Das kommt nicht von ungefähr, von daher gebe ich das ganze Wochenende Gas."

Er selbst ist mit seinen Leistungen an diesem Wochenende in Portugal ziemlich zufrieden. Doch weil Bottas trotzdem immer vor ihm war, habe er noch einmal alles herausholen und daran glauben müssen, dass er es schaffen kann. "Und dann über die Linie zu fahren und die Pole zu holen, war ein großartiges Gefühl, weil ich echt schwer dafür schuften musste."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.