Lewandowski zu Real Madrid? Das ist wirklich dran

Tommy Gaber
Editor Yahoo Sports

Die Gerüchte, wonach Robert Lewandowski München Richtung Madrid verlassen will, bekommen beinahe täglich neue Nahrung. Das Kalkül dahinter hat mehrere Gründe, der FC Bayern steckt dabei in einer Zwickmühle.

Nächster Halt Madrid? Robert Lewandowski denkt an Abschied aus München

Im Bayern-Training am Mittwoch gingen mit Robert Lewandowski und Mats Hummels die Pferde durch. Die beiden lieferten sich ein lautstarkes Wortgefecht, das Hummels mit einem schroffen “Halt die Schnauze, verzieh’ Dich”, beendete.

Dieser Aufforderung kam Lewandowski nicht nach. Allerdings verdichten sich die Anzeichen, dass er sich im Sommer nicht nur vom Trainingsplatz, sondern ganz aus München verziehen möchte.

Lewandowski wird im August 30 Jahre alt, die Zeit für einen letzten großen Vertrag läuft allmählich ab. Es geht dem Spieler dabei nicht unbedingt um Geld – Lewandowski kassiert beim FC Bayern 15 Millionen Euro jährlich.

Größtes Ziel: der Gewinn der Champions League

Es geht ihm vielmehr um zwei Dinge: Lewys letzter Karrierewunsch ist der Gewinn der Champions League. In seiner Biografie schrieb er: “Mir fehlt noch der Gewinn der Champions League. Ich will alles gewinnen, was möglich ist. Und nach meinem Karriereende in mein Trophäenzimmer gehen und mir anschauen, was so alles zusammengekommen ist.”

Während die Bayern seit dem Triumph 2013 nicht mehr über das Halbfinale hinauskamen, holte Real Madrid den Henkelpott seit 2014 dreimal. Lewandowski sieht bei den Königlichen bessere Chancen, sein großes Ziel zu erreichen.

Zum anderen bastelt Lewandowski an der Karriere neben, bzw. nach der Karriere. Er hat den Weg von Cristiano Ronaldo eingeschlagen, nennt sich in sozialen Medien “RL9”, in Anlehnung an Ronaldos “CR7”. Auf Instagram hat Lewandowski zwölf Millionen Follower, seine Marke soll durch einen Wechsel nach Madrid eine größere Strahlkraft erfahren.

Gleiches gilt für Ehefrau Anna, die sich als Fitnesstrainerin mit eigenem Trainingsprogramm und Nike als Sponsor von einem Leben im Dunstkreis des größten Fußballklubs der Welt mehr Bekanntheit verspricht.

Berater-Wechsel spricht für Abschiedsgedanken

Öffentlich wiegelt Lewandowski jegliches Interesse an einem Engagement in Madrid ab, verweist auf seinen erst Ende 2017 bis 2021 verlängerten Vertrag in München und redet auch seinen Berater-Wechsel klein.

Doch genau das nimmt ihm keiner so recht ab. Lewandowski lässt sich künftig von Pinhas “Pini” Zahavi vertreten, einem 74-Jährigen Israeli. Zahavi zählt zu den erfahrensten und am besten vernetzten Strippenzieher des Weltfußballs. Er hat den 222-Millionen-Euro-Transfer von Neymar zu Paris Saint-Germain eingefädelt. Lewys ehemaliger Agent Cezary Kucharski hatte mehrfach mit Real Madrid verhandelt, konnte aber keinen Deal aushandeln.

Der FC Bayern befindet sich in der Causa Lewandowski in der Zwickmühle. Einerseits könnte der Klub mit einem Verkauf des Polen richtig Kasse machen. Unter 100 Millionen Euro dürften die Münchner Bosse kaum gesprächsbereit sein, eher müsste der Abnehmer um die 150 Millionen Euro hinblättern.

Mögliche Alternativen: Werner und Griezmann

Andererseits ist Lewandowski unverzichtbar und adäquater Ersatz kaum zu bekommen. Am ehesten kommt Timo Werner von RB Leipzig infrage, den die Bayern aber erst noch auf Weltklasseniveau formen müssten.

Ein Name, der im Bayern-Umfeld immer wieder gehandelt wird, ist Antoine Griezmann. Der Franzose ist trotz permanenter heißer Gerüchte noch immer nicht beim FC Barcelona oder einem Topklub der englischen Premier League gelandet, sondern hat seinen Vertrag bei Atletico Madrid bis 2022 verlängert.