Lewandowski vs. James: So spielten Bayerns Superstars

Für Robert Lewandowski und James wurde das zweite Gruppenspiel ihrer Mannschaften zum Schicksalsspiel – mit dem besseren Ende für James. Der setzte im direkten Vergleich der Bayern-Stars deutlich mehr Akzente und war an Kolumbiens Sieg maßgeblich beteiligt. Lewandowski dagegen blieb erneut blass.

Robert Lewandowski war gegen Kolumbien fast völlig abgemeldet

Die spezielle Konstellation in Gruppe H wollte es so, dass der Verlierer der Partie zwischen Polen und Kolumbien schon nach dem zweiten Gruppenspiel sicher ausgeschieden sein würde. Am Ende hat es die Polen und Robert Lewandowski erwischt – und nach einem klaren 0:3 (0:1) auch völlig zu Recht.

Die Polen waren spätestens ab Mitte der ersten Halbzeit deutlich unterlegen und der Kreativität der Kolumbianer besonders im Mittelfeld nicht gewachsen. Hier spielte sich auch James mit zunehmender Spieldauer frei, nachdem der Regisseur in den Anfangsminuten auch nur sehr schwer in die Partie fand.

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James und seine Mitspieler stark

James‘ großer Vorteil: Er hatte mit den umtriebigen Quintero und Cuadrado Mitspieler, die auf seine Ideen eingingen und die ihrerseits ein paar schöne Szenen einfädelten. Deshalb konnte sich James auch immer besser entfalten, fand Spieler, die mit ihm spielen und den Ball haben wollten und diesen dann auch sauber wieder zurückspielten.

So wie Quintero, der mit einem einfachen, aber wirkungsvollen kurzen Pass James bediente. James chippte den Ball mit Gefühl an den Fünfmeterraum, wo Yerra Mina problemlos einköpfte.

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Lewandowski allein gelassen

Ganz anders lief es bei Lewandowski: Der kam trotz der auf dem Papier deutlich offensiveren Ausrichtung der Polen im 3-4-3 im Angriffszentrum nur schwer zurecht. Der Kapitän erhielt kaum brauchbare Zuspiele in der gefährlichen Zone, musste sich immer wieder tief fallen lassen, um überhaupt ins Spiel eingebunden zu werden und war selbst 40 Meter vom Tor entfernt immer von zwei oder sogar drei Gegenspielern umringt.

Lewandowski schien fast ein wenig die Lust zu verlieren, weil wirklich überhaupt keine Einbindung mehr stattfand und der Hoffnungsträger der Polen bei seinen wenigen Ballaktionen keinen Zentimeter Luft vom Gegner bekam.


Die kolumbianischen Gegenspieler und seine polnischen Mitspieler entnervten Lewandowski regelrecht. Lediglich beim einzigen Geistesblitz Krychowiaks, der Lewandowski nach gut einer Stunde auf die Reise schickte, zeigte Lewy seine technische Klasse: Den schwierig zu kontrollierenden Ball nahm er gut mit, scheiterte aber am starken Ospina im kolumbianischen Tor. Mit einem Fernschuss prüfte er kurz Schluss noch einmal Ospina, der Schuss war aber zu zentral platziert und vergleichsweise leicht zu halten.

Es bleibt die traurige Bilanz von nur fünf Ballaktionen Lewandowskis in gegnerischen Strafräumen nach zwei WM-Partien – Englands Torjäger Harry Kane hat im selben Zeitraum schon fünf Tore erzielt.

Zuckerpass von James

Mit dem 2:0 durch El Tigre Falcao war die Partie gelaufen, das kurz darauf folgende 3:0 durch Cuadrado zeigte noch einmal die Weltklasse von James: Gegen die entblößte Deckung der Polen schickte James den Mitspieler mit einem Zuckerpass auf die Reise, der locker einschob. Damit kommt James nun auf insgesamt zehn Torbeteiligungen in erst sieben WM-Spielen (sechs Tore, vier Assists) und kam im Spiel gegen Polen auf 87 Ballaktionen und 88 Prozent Passquote – für einen Offensivspieler überragende Werte.

Das Duell der Bayern-Stars ging an diesem Abend eindeutig an James, der sich mit seiner Mannschaft die Chance offen gehalten hat, im Turnier zu bleiben. Für die Polen und ihren Kapitän geht es nach der Gruppenphase wieder nach Hause. Die WM verlief für Lewandowski ähnlich enttäuschend wie die Schlussphase der abgelaufenen Bayern-Saison – trotz Meisterschaft und Bundesliga-Torjägerkanone.