Lewandowski-Reise: Spielte Merkel eine Rolle?

SPORT1
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Lewandowski-Reise: Spielte Merkel eine Rolle?
Lewandowski-Reise: Spielte Merkel eine Rolle?

Die Frage um Robert Lewandowskis Reise zur polnischen Nationalmannschaft ist angeblich zum Politikum geworden.

Der FC Bayern München hatte am Freitag zunächst mitgeteilt, dass Lewandowski nicht für das WM-Qualifikationsspiel der Polen in England am 31. März freigegeben wird.

Nach dem 4:0-Sieg gegen den VfB Stuttgart am Samstag erklärte Trainer Hansi Flick aber, dass sowohl der Stürmer als auch David Alaba, der mit Österreich in Schottland spielt, das Go bekommen haben, zu den jeweiligen Nationalteams zu reisen.

Denn seit Freitag wird das Vereinigte Königreich nicht mehr als Virusvarianten-Gebiet eingestuft, Lewandowski & Co. vermeiden so die zuvor vorgeschriebene Quarantäne nach der Rückkehr.

Polens Premierminister kontaktierte Merkel

Wie mehrere polnische Medien wie die Sport und auch die britische Sun schreiben, habe in Lewandowskis Fall auch Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Rolle gespielt.

"Wir werden mit vollem Kader nach London fahren", schrieb Zbigniew Boniek, Präsident des polnischen Fußballverbands, bei Twitter: "Ich möchte mich bei allen bedanken, die uns geholfen haben. Besonderer Dank an das Büro des Premierministers."

Demnach habe Polens Premierminister Mateusz Morawiecki Merkel mit der Bitte kontaktiert, Lewandowski von den strengen Regeln auszunehmen.

"Diese Situation ist ziemlich außergewöhnlich, aber wegen der Bedeutung des Themas für die polnische Nationalmannschaft und für die Fans hatten wir das Gefühl, dass wir als Staat auf höchster, politischer Ebene eingreifen sollten", sagte der stellvertretende Leiter des Außenministeriums, Pawel Jablonski, bei PAP.

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Morawiecki setzt sich für Lewandowski ein

Jablonski weiter: "Wir haben uns diplomatisch bemüht. Premierminister Mateusz Morawiecki hat persönlich bei Bundeskanzlerin Angela Merkel interveniert."

Auch Regierungssprecher Piotr Muller wird von PAP zitiert: "Ich bestätige, dass Premierminister Mateusz Morawiecki sich persönlich an die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt hat, um unseren Fußballern die Teilnahme an dem bevorstehenden Spiel zu ermöglichen."

Und Maciej Sawicki, Generalsekretär des Polnischen Fußballverbandes, erklärte in einem Interview mit dem Polnischen Rundfunk: "Sicherlich hat uns die Intervention von Premierminister Mateusz Morawiecki, der das Thema mit Bundeskanzlerin Angela Merkel besprochen hat, sehr geholfen."

RKI streich Großbritannien von Liste

Dass das Gespräch zwischen Morawiecki und Merkel aber wirklich eine Rolle bei den veränderten Reise-Regelungen gespielt hat, ist kaum vorstellbar.

Durch die Streichung von Großbritannien und Nordirland sowie Irland von der Liste des Robert-Koch-Institutes (RKI) für Virusvariantengebiete können zahlreiche Spieler aus deutschen Klubs nunmehr doch für ihre Nationalmannschaften zu Begegnungen in den bisherigen Risikozonen antreten.

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Bis zur Bekanntgabe der neuen RKI-Einschätzung hatten mehrere Vereine ihren Spielern die Reise zu Spielen im Vereinigten Königreich sowie auf der irischen Insel wegen der damit verbundenen Quarantäne-Pflicht bei der Rückkehr nach Deutschland untersagt.