Leute: Dieser Mann fotografiert die Berliner VIP-Partynächte

Stefan Krempl, Gründer von "Am Ende des Tages" (AEDT)

Der Grand­sei­g­neur mit Foxterrier-Begleitung, die etwas zu blonde Blondine und der Unternehmer mit der Solariums-Dauerkarte: In der Halbwelt der Berliner VIP-Partynächte spielt jeder die ihm zugedachte Rolle. Mittendrin ist ebenso verlässlich, aber weit weniger prätentiös Stefan Krempl. Unauffällig gekleidet und stets mit einer Kamera bewaffnet, sorgt der 48-Jährige dafür, dass jeder rote Teppich der Hauptstadt fotografisch dokumentiert wird. Anschauen kann man sich das auf seiner Website "Am Ende des Tages" (AEDT).

Gegründet hat Krempl das Netzwerk vor 15 Jahren mit der Idee, Informationen über Promi-Events an einem Ort zu bündeln. Damals musste er sich häufig auf Partys einschleichen, mittlerweile steht er auf jeder wichtigen Gästeliste. Geld verdiene er damit nicht, sagt Krempl. Auch wenn er hin und wieder ein Foto an Agenturen und Magazine verkaufe. Sein größter Coup: ein exklusives Bild von Lady Gaga im "Berghain", aufgenommen mit einer Minikamera. "Für mich sind diese Partys ein Ausgleich, eine ganz andere Welt", so der gebürtige Schweinfurter, der kurz nach der Wende nach Berlin kam. Hier studierte er Wirtschafts- und Gesellschaftskommunikation, promovierte später in Frankfurt (Oder) und kam über ein Praktikum bei der Berliner Morgenpost zum Journalismus.

Heute schreibt er tagsüber Texte über Geheimdienstkon­trolle und Vorratsdatenspeicherung, bevor er abends von einer Party zur anderen zieht. Seit sechs Jahren wird er dabei einmal im Jahr selbst zum Gastgeber. Am Mitt...

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