Zweite Staffel "Schuld": Moritz Bleibtreu: "Ich könnte nie Anwalt sein"

Schauspieler Moritz Bleibtreu

Er hat sich bewährt. Vor zwei Jahren spielte Moritz Bleibtreu (46) den Strafverteidiger Friedrich Kronberg, der in der ZDF-Serie "Schuld" besonders knifflige Fälle bearbeiten musste. Die sachkundige Vorlage stammte von dem Berliner Juristen und Autor Ferdinand von Schirach. Jetzt kehrt Bleibtreu für eine zweite Staffel (ab 15. September, freitags, 21.15 Uhr) in diese Rolle zurück. Ein Gespräch über Rachegelüste, Recht und Gerechtigkeit und die neue Lust von Schauspielern an Serien.

Kann man durchs Leben kommen, ohne Schuldgefühle gehabt zu haben?

Moritz Bleibtreu: Hoffentlich nicht. Das Kloster, in dem das funktioniert, muss erst noch gebaut werden.

Macht die Allgegenwart dieser schwierigen Emotion einen Reiz dieser Serie aus?

Man wird bei uns mit Abgründen der menschlichen Seele konfrontiert. Man reflektiert danach wohl auch das eigene Leben noch einmal. Vielleicht kann man besser mit der eigenen Schuld umgehen, wenn man sieht, mit welchen massiven Problemen andere Menschen zu kämpfen haben. Als ich die Drehbücher gelesen habe, bin ich ganz demütig geworden. Ich hatte danach das unbändige Gefühl, meine Familie in die Arme zu nehmen und zu sagen: Ich liebe euch! Wer selbst genügend Liebe abbekommen hat, macht in den seltensten Fällen so etwas wie die Täter in der Serie.

Es passiert nicht oft, dass man später noch einmal einer Rolle wiederbegegnet wie in "Schuld". Im Kino ist es Ihnen gerade mit der Kifferkomödie "Lommbock" passiert, eine Fortsetzung von "Lammbock" aus dem Jahr 200...

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