Letztes Spiel für diese Saison: Der Montag geht - die Diskussion bleibt

Mainz und Freiburg bestreiten am Abend das letzte Montagsspiel dieser Bundesliga-Saison. Die Diskussion um die Ansetzungen wird jedoch bleiben.

Die Protestaktion, die am Samstag wohlweislich zur traditionellen Bundesligazeit um 15.30 Uhr gestartet wurde, bot beste Unterhaltung. Beim Spiel unter dem Motto "Samstag halb Vier - Fußball, Bratwurst, Bier" setzte sich die Fan-Mannschaft des SC Freiburg 9:4 im Bruchwegstadion gegen die Anhänger-Auswahl des FSV Mainz 05 durch. Wenn die Deutsche Fußball Liga (DFL) ähnliche Torfestivals bei den Montagsspielen garantieren könnte, würde sich der Ärger darüber sicher in Grenzen halten.

Doch gerade die letzte der fünf Montagspartien in dieser Saison zwischen Mainz und Freiburg ruft noch einmal die Kritiker auf den Plan. Schließlich stehen weder der FSV noch der SC im Verdacht, wegen Europapokal-Strapazen unbedingt montags gegeneinander antreten zu müssen. "Daran sieht man, dass das alles total heuchlerisch ist", sagte der Mainzer Protest-Initiator Jürgen Girtler dem SID: "Es geht nur um Profit-Maximierung."

Auch wenn die DFL diesen Vorwurf seit Monaten vehement bestreitet ("Kommerzielle Gründe waren nicht entscheidend, auf die fünf Montagsbegegnungen entfällt weniger als ein Prozent der Medienerlöse"), schlägt die Freiburger Mit-Organisatorin Helen Breit in dieselbe Kerbe wie Girtler: "Die Argumentation ist fadenscheinig. Wir wollen ein Zeichen für die Fans und gegen den Profit setzen."

Bis 2021 weiterhin fünf Montagsspiele pro Saison

Das hatten in den vergangenen Monaten auch schon die Anhänger von Eintracht Frankfurt, Borussia Dortmund und Werder Bremen mehr oder weniger deutlich getan - sie alle waren von den Montags-Ansetzungen betroffen. Und sie werden auch zukünftig davon betroffen sein. Bis zum Ende des laufenden TV-Vertrags im Jahr 2021 wird es bei den fünf Partien pro Saison bleiben.

"Die vertraglichen Vereinbarungen werden eingehalten. Das Ziel ist, dass die Bundesligisten künftig in den europäischen Wettbewerben wieder erfolgreicher sind und die Montagsspiele dann auch benötigt werden", sagte der DFL-Vizepräsident Peter Peters von Schalke 04 vor zwei Wochen nach einer Infoveranstaltung für die Bundesligisten.

Dabei führte Peters auch das zweite Argument der DFL noch einmal ins Feld: Man wolle den Wünschen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Rechnung tragen. Der will seinen Amateuren den Sonntag widmen, ein weiteres Bundesligaspiel als Alternative würde daher auf den Widerstand des Verbands treffen. Schließlich gibt es seit dieser Saison bereits an fünf Sonntagen eine dritte Partie um 13.30 Uhr.

"Ausweitung der Montagsspiele wird es nicht geben"

Was nach 2021 passiert, ist noch offen - mehr als fünf Spiele soll es aber nicht geben. Zudem sollen die Partien zukünftig über die ganze Spielzeit verteilt werden. In dieser Saison fanden sie ausschließlich in der Rückrunde statt. "Eine Ausweitung der Montagsspiele wird es definitiv nicht geben. Die Obergrenze von fünf Spielen pro Saison wurde festgezurrt", sagte Peters.

Um die Kritik zukünftig nicht selbst zu befeuern, sollte die DFL aber tatsächlich auch Europapokal-Starter am Montag antreten lassen. Das mahnt auch der FSV an. "Mainz 05 hat, wie alle anderen Bundesligisten, der Einführung der Montagsspiele zugestimmt. Voraussetzung dafür war die nachvollziehbare Argumentation, den Teilnehmern an der Europa League mehr Regenerationszeit zu verschaffen" schrieben die Rheinhessen in einem offen Brief an die DFL: "Bei zwei von fünf angesetzten Montagsspielen ist dies nicht der Fall, darunter auch bei unserem Spiel gegen den SC Freiburg."