Letzter Trumpf der Familie Harting: Julia hofft in London auf eine Medaille

SID
Letzter Trumpf der Familie Harting: Julia hofft in London auf eine Medaille

Christoph Harting war gar nicht erst dabei, Robert Harting landete auf Platz sechs - doch eine Chance hat die beste Diskuswurf-Familie der Welt in London noch. Und Julia Harting will nach einer schwierigen Saison bei der Leichtathletik-WM um eine Medaille "mitkämpfen".
Und das ist nach dem Verlauf des Jahres alles andere als eine Selbstverständlichkeit. "Mein Körper hat es mir in diesem Jahr nicht leicht gemacht", sagte die Ehefrau von Robert Harting, aus dem Trainingslager in Portugal hatte die Berlinerin einen "Muskelbündelriss im Adduktur mitgebracht", danach war sie noch krank, dann kamen Rückenprobleme hinzu.
Trotzdem sicherte sich die Vize-Europameisterin bei den deutschen Meisterschaften den Titel. Mit ihren 63,63 m ist sie zwar nur die Nummer 14 der Welt, doch sie konnte ja auch erst kurz vor dem Wettkampf mit richtigem Training beginnen.
Doch für eine Medaille muss wohl trotzdem alles passen, die Olympiasiegerin Sandra Perkovic (71,41/Kroatien) ist wieder enorm stark in Form, Titelverteidigerin Denia Caballero (67,04/Kuba) hat ebenso ihren Anspruch unterstrichen wie ihre Landsfrau Yaime Perez (69,19). Auch Dani Stevens (66,78/Australien) und die WM-Dritte Nadine Müller (65,76) aus Halle/Saale darf man für die Medaillenrechnung nicht vergessen.
Wie Robert wechselte auch Julia Fischer nach Olympia in Rio den Trainer - und ging neue, ungewohnte Wege. In der Vorbereitung im Winter haben die Hartings auch viel zusammen getanzt, um ein neues Rhythmus-Gefühl zu entwickeln.
In London ist aber kein Platz mehr für Romantik. "Wir sind ein super Team, wir sind aber auch Profis. Wenn wir bei der WM sind, sind wir in getrennten Zimmern", sagte Julia Harting: "Wir gehen zusammen essen, wir gehen zusammen trainieren. Aber da geht es um den Sport. Nach der WM wird zusammen gefeiert oder zusammen geweint, je nachdem."