Ein letzter Fall für Kommissar "Heldt": So verabschiedet sich der Kult-Ermittler

Elisa Eberle
·Lesedauer: 3 Min.
Wegen einer Blinddarmentzündung landet Heldt (Kai Schumann) im Krankenhaus. Dort kann er seinen Augen nicht trauen ... (Bild:  ZDF / Frank Dicks)
Wegen einer Blinddarmentzündung landet Heldt (Kai Schumann) im Krankenhaus. Dort kann er seinen Augen nicht trauen ... (Bild: ZDF / Frank Dicks)

Acht Jahre nach der Ausstrahlung der ersten Folge verabschiedet sich Kommissar Heldt alias Kai Schumann für immer aus dem ZDF-Vorabendprogramm. Doch die entstandene Lücke wird weiterhin gut gefüllt.

Seit Januar 2013 hat Kai Schumann über acht Staffeln hinweg als Bochumer Kriminalkommissar Nikolas Heldt. Doch nach der kommenden 108. Folge ("Krankenhausreif", Mittwoch, 3. Februar, 19.25 Uhr, ZDF) wird die Serie endgültig eingestellt. Zum Abschied (Regie: Heinz Dietz) erwartet die vielen treuen Fans Fans noch einmal die gewohnte Ladung Spannung, gepaart mit einer Extraportion Humor.

Bei einer Routinefahndung nach dem Gangsterboss Bengt Olsen (Michael Mohr) bricht Heldt unerwartet zusammen. Anfangs sieht alles nach einer Schussverletzung aus, doch keine Sorge: Dem süßigkeitsaffinen Kommissar musste nur der entzündete Blinddarm entfernt werden. Halb so wild also ... oder etwa nicht?

Ein neues Narkosemittel verursacht bei Nikolas Heldt (Kai Schumann, links) Halluzinationen in Form seines Chefs (Timo Dierkes). (Bild: ZDF / Frank Dicks)
Ein neues Narkosemittel verursacht bei Nikolas Heldt (Kai Schumann, links) Halluzinationen in Form seines Chefs (Timo Dierkes). (Bild: ZDF / Frank Dicks)

Halluzination oder Wirklichkeit?

Da Heldt ein neuartiges Narkotikum verabreicht bekommen hat, beginnt er zu halluzinieren: Ausgerechnet ein zweiter Herr Grün (in einer großartigen Doppelrolle: Timo Dierkes), der im Gegensatz zu seinem realen Vorbild immer Weiß trägt und anstrengend entspannt ist, erscheint dem ans Bett gefesselten Polizisten.

Doch Heldt wäre nicht Heldt, wenn er nicht bald auf eigene Faust nach Olsen suchen würde. Er meint gar, den Flüchtigen im Krankenhaus gesichtet zu haben. Oder handelt es sich dabei um eine weitere Halluzination, die zu einer skurrilen Verfolgungsjagd über den Klinikflur führt? Auch wenn das Aus der Serie zum Zeitpunkt der Dreharbeiten noch nicht feststand: Am Ende erwartet Fans dann trotzdem eine besondere Überraschung und ein befriedigendes Finale.

Dr. Veronika Stöckel (Kathrin von Steinburg, rechts) beruhigt Ellen Bannenberg (Janine Kunze, links), Dr. Holle (Angelika Bartsch, zweite von links), Hauptkommissar Grün (Timo Dierkes) und Emily (Lili Budach). (Bild:  ZDF / Frank Dicks)
Dr. Veronika Stöckel (Kathrin von Steinburg, rechts) beruhigt Ellen Bannenberg (Janine Kunze, links), Dr. Holle (Angelika Bartsch, zweite von links), Hauptkommissar Grün (Timo Dierkes) und Emily (Lili Budach). (Bild: ZDF / Frank Dicks)

Zunehmend schlechte Quoten

Doch warum muss die Serie überhaupt enden? Auch wenn sich dieser Tage bedauernde Kommentare auf Facebook-Seite von "Heldt" sammeln, wurden die Einschaltquoten zunehmend schlechter: Sahen 2013 durchschnittlich 3,87 Millionen Zuschauer zu, waren es zu Beginn der siebten Staffel 2019 gerade noch 3,19 Millionen, später sogar nur 2,83 Millionen. Die Zahlen der jungen Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen entwickelten sich ernüchternd - von 0,54 Millionen zu Beginn auf 181.000 am Tiefpunkt der siebten Staffel.

Natürlich sei es traurig, dass das Format eingestellt werde, sagte Kai Schumann in einem Interview Ende 2020. Inzwischen scheint der 44-Jährige aber seinen Frieden damit gemacht zu haben: "Ich genieße gerade meinen neugewonnenen Freiraum", erklärte er. Demnächst wird Schumann in der achtteiligen VOX-Serie "Tonis Welt", einem Spin Off von "Club der roten Bänder"; zu sehen sein. Ein Ausstrahlungstermin steht noch nicht fest.

Überhaupt ging es für den ehemaligen "Doctor's Diary"-Star in den vergangenen Jahren weiter bergauf: Neben "Heldt" war der gebürtige Dresdner in einigen teils durchaus anspruchsvolleren TV-Produktionen diverser Sender zu sehen.

Sie sind froh, dass es Heldt besser geht (von links): Dr. Holle (Angelika Bartsch), Detlev Grün (Timo Dierkes), Emily Bannenberg (Lili Budach) und Ellen Bannenberg (Janine Kunze). (Bild:  ZDF / Frank Dicks)
Sie sind froh, dass es Heldt besser geht (von links): Dr. Holle (Angelika Bartsch), Detlev Grün (Timo Dierkes), Emily Bannenberg (Lili Budach) und Ellen Bannenberg (Janine Kunze). (Bild: ZDF / Frank Dicks)

So geht es im ZDF weiter

Für das ZDF hingegen war "Heldt" ein weiterer Versuch, mit Witz und Coolness die jüngere Zielgruppe zu gewinnen, schließlich locken etablierte Vorabandformate wie "Notruf Hafenkante" oder "Die Rosenheim-Cops" sowie die "SOKOS" im Zweiten doch tendenziell eher betagtere Menschen an. Und auch wenn "Heldt", gerade in der Anfangszeit, für diese auffällige Jugendlichkeit und die vermeintliche Nähe zu Formaten aus dem Privatfernsehen häufig kritisiert wurde: Als Alternative zur "SOKO"-Dauerschleife an anderen Vorabenden bot der bisweilen unkonventionell handelnde, snacksüchtige Kommissar dann doch die ein oder andere ersehnte Abwechslung.

Jung bleibt das ZDF auf diesem Sendeplatz in Zukunft trotzdem: Ab kommender Woche, am Mittwoch, 10. Februar", ermitteln dann ab 19.25 Uhr Eva-Maria Reichert und Nele Kiper in bislang zwölf Folgen der Familien-Anwaltsserie "Kanzlei Berger" - ebenfalls mit viel Humor und guter Laune.

Gemeinsam wollen Heldt (Kai Schumann, rechts) und Grün (Timo Dierkes) einen flüchtigen Gangster in der Klinik aufspüren. (Bild: ZDF / Frank Dicks)
Gemeinsam wollen Heldt (Kai Schumann, rechts) und Grün (Timo Dierkes) einen flüchtigen Gangster in der Klinik aufspüren. (Bild: ZDF / Frank Dicks)