Der Letzte seiner Art: So gut kann eine Welt ganz ohne Männer funktionieren

·Lesedauer: 2 Min.
Yorick Brown (Ben Schetzer) hat in seinem Leben nicht viel auf die Reihe gebracht: Als letzter Mann auf Erden, muss sich das schleunigst ändern. (Bild: Rafy Winterfeld/FX/Disney+)
Yorick Brown (Ben Schetzer) hat in seinem Leben nicht viel auf die Reihe gebracht: Als letzter Mann auf Erden, muss sich das schleunigst ändern. (Bild: Rafy Winterfeld/FX/Disney+)

Jetzt haben sie das Sagen: In der faszinierenden Serie "Y - The Last Man" sind bei Disney+ nach einem für Männer apokalyptischen Beginn die Frauen allein auf der Welt.

Wo sind all die Männer hin? Die Frage ist in "Y - The Last Man" leicht zu beantworten. Sie sind tot, auf mysteriöse Art und Weise und zur gleichen Zeit dahingerafft. Wer in der US-Serie, die ab 22. September bei Disney+ zu sehen ist, ein Y-Chromoson trägt, überlebt die erste der zehn Episoden nicht. Mit zwei Ausnahmen.

Der erfolglose Magier Yorick Brown (Ben Schetzer) und sein Kapuzineräffchen sind die letzten männlichen Lebewesen auf der Erde, deren Gesellschaften von einem Moment auf den anderen kollabieren. Nicht, weil Männer unglaublich toll wären: Doch nach ihrem kollektiven Ableben muss die ganze Gesellschaft neu aufgebaut werden, weil Frauen bislang kaum eine Rolle spielten.

Während Yoricks Mutter, Jennifer Brown (Diane Lane) als neue Präsidentin auch Verständnis für rebellierende Frauen hat, versuchen ihr Sohn und die geheimnisvolle Agentin 355 (Ashley Romans, der heimliche Star der Serie), den Ursprung der Apokalypse zu ergründen und einen Weg in die Zukunft zu finden.

Bis eben war Jennifer Brown (Diane Lane) nur Senatorin: Nach dem Ableben aller Männer ist sie als ranghöchste Abgeordnete die erste Präsidentin der Vereinigten Staaten. (Bild: Rafy Winterfeld/FX/Disney+)
Bis eben war Jennifer Brown (Diane Lane) nur Senatorin: Nach dem Ableben aller Männer ist sie als ranghöchste Abgeordnete die erste Präsidentin der Vereinigten Staaten. (Bild: Rafy Winterfeld/FX/Disney+)

Tod des Patriarchats

Der Kampf gegen eine Seuche und die Spaltung der Gesellschaft: "Y - The Last Man" ist die richtige Serie zur richtigen Zeit, auch wenn die ersten Episoden bei weitem nicht so brillant sind, wie Vorlage von Brian K. Vaughan and Pia Guerra, für Kritiker eine der besten Comics aller Zeiten. Mann muss zunächst etwas durchhalten, zumal es in den letzten Jahren in Filmen und Serien ein Überangebot an Apokalypsen gab.

Still stehende Blechkarawanen auf den Autobahnen, verwaiste Städte, überflutete U-Bahn-Schächte - wirklich neue Perspektiven gewinnt die Serie dem Ende der Welt erst auf den zweiten Blick ab. Dann nämlich, wenn klar wird, warum die Zivilisation zusammenbricht, warum alle Flugzeuge abstürzen, warum die Kraftwerke keinen Strom mehr produzieren: Weil Männer nicht nur die Schlüsselpositionen der Macht besetzen, sondern auch viele Berufe, die man heute als "systemrelevant" bezeichnen würde.

Die Frauen müssen also nicht nur das Kommando übernehmen, sondern auch schnellstmöglich die Lebensmittel- und Energieversorgung sicherstellen. Und so arbeitet sich die Serie langsam vor zu den wichtigen Fragen der 2020er: Welcher Führungsstil ist dem Ende der Welt angemessen? Oder wie unterscheiden sich politische und gesellschaftliche Strukturen der Frauen, von denen der Männer?

Yorick Brown (Ben Schetzer) muss als letzter Mann stets auf der Hut sein: Nicht alle Frauen meinen es gut mit ihm. (Bild: 2021 FX Networks)
Yorick Brown (Ben Schetzer) muss als letzter Mann stets auf der Hut sein: Nicht alle Frauen meinen es gut mit ihm. (Bild: 2021 FX Networks)
Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.