Letzte Runde? EU-Unterhändler ringen erneut um Klimaziel für 2030

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BRÜSSEL (dpa-AFX) - Im Ringen um ein schärferes EU-Klimaziel haben Vertreter der EU-Staaten und des Europaparlaments am Dienstag ihre voraussichtlich letzte Verhandlungsrunde gestartet. Die EU-Staaten hatten sich Ende 2020 darauf verständigt, die EU-Klimagase bis 2030 um mindestens 55 Prozent unter den Wert von 1990 zu bringen. Das Parlament will jedoch ein Minus von 60 Prozent und eine schärfere Berechnungsmethode.

Vor dem virtuellen Klimagipfel von US-Präsident Joe Biden am Donnerstag und Freitag war der politische Druck hoch, sich endgültig auf ein verbindliches EU-Ziel zu einigen. EU-Unterhändler rechneten deshalb mit einem Kompromiss, aber auch mit langen Verhandlungen bis in die Nacht hinein.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie warb für einen zügigen Abschluss. Europa müsse international mit einer Stimme sprechen, erklärte der stellvertretende BDI-Hauptgeschäftsführer Holger Lösch. Das anvisierte 55-Prozent-Ziel sei bereits "extrem ehrgeizig". Nötig seien nun ein realistischer Rechtsrahmen und schlüssige Antworten zur Umsetzung.

Hauptstreitpunkt zwischen den EU-Staaten und dem Parlament war neben dem Prozentwert zuletzt vor allem die Frage, ob und inwieweit die Mengen Kohlendioxid eingerechnet werden sollen, die Wälder, Pflanzen und Böden speichern. Abgeordnete bemängeln, dass eine Einbeziehung dieser sogenannten Senken das Klimaziel abschwächen würde. Statt bei minus 55 Prozent läge es damit nur bei rund 51 Prozent, rechneten Kritiker vor. Derzeit gültig ist ein Ziel von minus 40 Prozent.