Letzte Bordansage: Air Berlin-Pilot schimpft über Manager und Politiker

Letzte Bordansage: Air Berlin-Pilot schimpft über Manager und Politiker

Bei seinem letzten Flug für Air Berlin fand ein Pilot drastische Worte. In einer Bordansage ließ der enttäuschte Angestellte seinem Unmut freien Lauf – und schimpfte vor allem auf Manager und Politiker.

Am Donnerstagabend richtete der Pilot des insolventen Unternehmens auf einem Flug von Stuttgart nach Berlin das Wort an die Passagiere. Vor zehn Wochen seien er und seine Kollegen zu "Marionetten in ihrem eigenen Leben degradiert" worden, zitiert "RP Online" aus der mitgeschnittenen Durchsage.

"Diese Familie lässt sich nicht von gierigen Managern, Rendite-süchtigen Aktionären und blinden Politikern unterkriegen!", schimpfte er weiter. Trotz der unsicheren Situation hätten viele Angestellte nicht aufgeben und sich weiterhin bemüht, die Passagiere sicher und komfortabel zu transportieren. Hoffnungen auf ein Happy End für die Mitarbeiter von Air Berlin seien aber dennoch enttäuscht worden. Zwar habe Eurowings einigen Angestellten ein Angebot gemacht, aber zu "unsäglich schlechteren Konditionen".

Nun würden der Pilot und seine Kollegen ihre Kündigung erwarten. Die Bordgäste dieses Flugs konnten die Wut des Kapitäns offenbar verstehen. Wie die Zeitung berichtet, reagierten sie auf die Durchsage mit Applaus.

Inzwischen fand auch der letzte Flug von Air Berlin statt: Am späten Freitagabend landete die Maschine aus München in der Hauptstadt und beendete damit die Geschichte des Unternehmens.