Dax fällt unter 13.000 Punkte

Nachdem der Dax sich den gesamten Tag über um die 13.000-Punkte-Marke bewegte, fiel er kurz vor Börsenschluss ab. Im Fokus der Händler stand die Lufthansa. Größere Veränderungen könnte die morgige EZB-Sitzung bringen.


Der starke Euro hat den Dax am Mittwoch in die Verlustzone gedrückt. Nachdem der deutsche Leitindex lange wenig bewegt um die Marke von 13 000 Punkten gependelt war, rutschte er im späten Handel etwas ab und schloss 0,46 Prozent tiefer bei 12.953,41 Punkten. Marktbeobachter erklärten den Euro-Anstieg mit Meldungen aus Spanien, die möglicherweise auf eine Entspannung im Katalonien-Konflikt hindeuten könnten. Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont hat eine geplante Erklärung im spanischen Senat zu den Unabhängigkeitsbestrebungen seiner Region kurzfristig abgesagt. Eine starke Gemeinschaftswährung verteuert allerdings tendenziell die Exporte deutscher Unternehmen in Länder außerhalb der Eurozone.

Geprägt wurde der Handelstag außerdem von einer Flut von Unternehmenszahlen.


Der MDax, in dem die Aktien mittelgroßer Konzerne vertreten sind, schloss mit 26 009,99 Zählern auch schwächer als am Vortag. Der Technologiewerte-Index TecDax blieb ebenfalls fiel noch etwas stärker auf 2468,89 Punkte. Und auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss mit 3591,46 Punkten 0,53 Prozent schwächer als am Dienstag.

Viele Experten rechnen damit, dass die EZB auf ihrer Sitzung am Donnerstag den Einstieg in den Ausstieg aus ihrer extrem lockeren Geldpolitik beschließt. Fest erwartet wird, dass sie ihre Wertpapierkäufe auch 2018 fortführen wird, allerdings in geringerem Umfang als bisher.


Zu den Top-Werten gehörte am Mittwoch die Lufthansa Aktie. Nach einer Achterbahnfahrt notierte sie bei Börsenschluss 3,67 Prozent im Plus und gehörte damit zu den Top-Werten im Dax. Am Morgen waren sie noch um bis zu dreieinhalb Prozent abgerutscht, nachdem sie am Vortag den höchsten Stand seit Februar 2001 erreicht hatten. Mit einem Kursgewinn von mehr als 110 Prozent seit Jahresanfang ist Lufthansa der mit Abstand beste Dax-Wert. Allein seit August waren die Aktien um rund 45 Prozent gestiegen. Die Fluggesellschaft ist nach einem starken Sommergeschäft auf Kurs zu einem neuen Rekordgewinn.

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KONTEXT

Die ersten zwanzig Dax-Jahre

1. Juli 1988

Der Dax feiert seinen Einstand. Rechnerisch startet er allerdings am 30. Dezember 1987 bei einem Stand von 1.000 Punkten.

16. Oktober 1989

Der erste schwarze Tag für den Dax: Er bricht im Sog der Wall Street um rund 13 Prozent ein.

18. November 1996

Bei der Privatisierung der Deutschen Telekom wird die T-Aktie als Volksaktie vermarktet. Das Interesse der Öffentlichkeit am Dax nimmt stark zu.

28. Oktober 1997

Im Sog der Asienkrise sackt der Dax im Handelsverlauf bis zu 13 Prozent ab und schließt mit 3567 Punkten acht Prozent niedriger.

28. November 1997

Mit dem neuen elektronischen Handelssystem Xetra - kurz für "Exchange Electronic Trading" - bricht für die Börse ein neues Zeitalter an.

7. März 2000

Befeuert von der Euphorie über die Entstehung des Internets erreicht der Dax ein Hoch von 8136,16 Punkten, das sieben Jahre lang hält.

11. September 2001

Nach den Terroranschlägen in den USA (World Trade Center und Pentagon) fällt der Dax um neun Prozent.

12. März 2003

Der Dax rutscht unter 2200 Punkte und notiert damit so niedrig wie im November 1995. Doch mit der Erholung der Weltwirtschaft wächst das Vertrauen in die Gewinnentwicklung der Unternehmen wieder.

13. Juli 2007

Mit 8151,57 Zählern setzt der Dax einen neuen Meilenstein - trotz erster Bankenpleiten und Not-Eingriffen der Europäische Zentralbank (EZB) am Geldmarkt.

15. September 2008

Mit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers kehrt Ernüchterung ein. Im Oktober 2008 folgt ein schwarzer Tag auf den anderen. Zum September-Schluss verliert der Dax in der Spitze zeitweise 30 Prozent.