Leon Goretzka in der Kritik: Gab "ein finales Agreement" mit Schalke

Karl-Heinz Rummenigge lobt den Bald-Münchner Leon Goretzka. Zudem spricht er über den Hauptkonkurrenten im Werben um den Schalker Mittelfeldspieler.

Nach seinem Wechsel von Schalke 04 zum FC Bayern München muss sich Nationalspieler Leon Goretzka Kritik gefallen lassen. Laut S04-Manager Christian Heidel war eine Vertragsverlängerung bei den Königsblauen eigentlich schon beschlossene Sache. Zudem muss sich Goretzka für zwei frühere Aussagen verantworten.

Offiziell: Goretzka wechselt von Schalke zum FC Bayern

"Wir waren seit Mai 2017 in intensivsten Verhandlungen. Es war nicht nur so, dass wir uns nur mündlich einig waren - die Anwälte hatten sich sogar schon mit der Ausarbeitung der Verträge beschäftigt", erklärte Christian Heidel gemäß des kicker am Freitag nach der offiziellen Verkündung des Wechsels zum deutschen Rekordmeister. Demnach habe es bereits "ein finales Agreement" gegeben. "Wir wollten es bei der Saisoneröffnung verkünden", so Heidel. 

Nach dem Confed Cup seien die Verträge "mit der Zustimmung von Leon und seinem Berater final aufgesetzt" worden. Dann allerdings habe Goretzka erklärt, "dass er noch mal abwarten möchte, bevor der Vertrag unterschrieben wird". Goretzka habe seine Bitte mit dem Argument begründet, die sportliche Entwicklung der Schalker abwarten zu wollen. Ähnlich hatte er sich auch in Interviews geäußert.

Heidel: "Haben immer wieder nachgehakt"

Umso überraschender kam Goretzkas Entscheidung. Schalke 04 ging schließlich als Tabellenzweiter in die Winterpause, auch das Viertelfinale des DFB-Pokals wurde erreicht. 

"Da unsere sportliche Entwicklung nicht so schlecht war, haben wir immer wieder nachgehakt. Es wurde uns immer gesagt, dass eine Entscheidung noch nicht gefallen sei", erklärte Heidel. Trotz der positiven Entwicklung sei Goretzkas Entscheidung "in eine andere Richtung gegangen. Mehr kann ich dazu nicht sagen", erklärte Heidel. Bezüglich der Gründe für den Sinneswandel müsse man Leon direkt fragen, "die Fragen kann ich nicht beantworten".

Nachdem Goretzka die Schalker Verantwortlichen am Montag informiert hatte, im Sommer ablösefrei zum FC Bayern wechseln zu wollen und am Donnerstag ein Gespräch zwischen Heidel und Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge stattgefunden hatte, beschloss Heidel, Goretzkas Entscheidung am Freitag zu verkünden. Allerdings ohne Goretzkas Wissen. "Ich habe versucht, Leon vor der Pressekonferenz anzurufen, habe ihn aber nicht erreicht", so Heidel.

Seinen Mitspielern soll Goretzka zuvor versprochen haben, ihnen die Entscheidung als erstes mitzuteilen. Das berichtete unter anderem Ralf Fährmann. Da die Schalker am Donnerstag gemäß des kicker-Berichts jedoch trainingsfrei hatten, habe Goretzka seine Kollegen erst am Freitagnachmittag persönlich informieren können. Da allerdings war der Wechsel schon offiziell.