Leiser trinken? Budapest diskutiert Sperrstunde

In Ungarns Hauptstadt Budapest soll ein Referendum klären, ob Kneipen zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens geöffnet bleiben dürfen.

Budapest hat sich in den vergangenen Jahren zum Touristenmagnet entwickelt. Sogenannte Ruinenkneipen und billige Drinks ziehen Zehntausende hauptsächlich junge Reisende an.

Ein Tourist aus Frankreich:

"Als Tourist würde ich es vorziehen, dass die Kneipen die ganze Nacht offen bleiben. Obwohl ich die Bedenken der Anwohner verstehen kann, fände ich Mitternacht als Sperrstunde zu früh für die Bars und Kneipen, ich schlage 2 oder 3 Uhr vor."

Anwohnerin in Budapest:

"Ich meine, dass die Kneipen nicht geschlossen werden sollten. Früher war ich auch jung und ging gern aus. Ich wohne in dieser Straße und die Jungen stören mich nicht. Ich finde gut, dass sie hier sind."

Die Gründerin der Bürgerinitiative "Lebenswerte Elisabethstadt", Dóra Garai:

"Der „Billig-Tourismus ", der auf Masse und Rauschtrinken abstellt statt auf die historischen Werte einer Gegend, wird früher oder später verschwinden. In der Zwischenzeit sollten wir verhindern, dass die Bewohner wegziehen und das eine Geisterstadt wird."

Für die Kneipenbesitzer wäre eine Sperrstunde das Ende des Tourismus in der Gegend. Sie finden, die Kosten des Referendums sollten besser für mehr öffentliche Toiletten und Polizeistreifen ausgegeben werden.

su