Leipziger Buchmesse wegen Coronavirus abgesagt

Leipziger Buchmesse wurde abgesagt

Wegen des Coronavirus findet die Leipziger Buchmesse in diesem Jahr nicht statt. "Die Stadt Leipzig und die Leipziger Messe haben gemeinsam entschieden, die Buchmesse abzusagen", sagte ein Stadtsprecher am Dienstag. Es handele sich um eine "Präventionsmaßnahme", damit sich das Virus in Deutschland nicht weiter ausbreiten könne. Bislang gibt es in Deutschland mindestens 190 bestätigte Infektionen in 15 Bundesländern.

Die Leipziger Buchmesse ist ein Publikumsmagnet mit jährlich fast 300.000 Besuchern. Die Entscheidung sei gemeinsam von Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), dem Gesundheitsamt und der Messe getroffen worden, sagte der Sprecher. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter: "Gesundheit und Sicherheit gehen in diesem Fall ganz klar vor."

Ziel sei es, die sächsische Bevölkerung zu schützen und eine Ausbreitung des Coronavirus so weit wie möglich einzudämmen, so Kretschmer. Die Messe sollte vom 12. bis 15. März stattfinden. Die Leipziger Buchmesse ist das Frühjahrsereignis der Buch- und Medienbranche. Parallel dazu finden Europas größtes Lesefest "Leipzig liest" und die Manga-Comic-Con statt. Zur Manga-Comic-Con kommen jedes Jahr mehr als 100.000 Besucher und zahlreiche Ehrengäste unter anderem aus Japan.

Im Bemühen um eine Eindämmung der Epidemie fielen zuvor bereits andere Großveranstaltungen aus. In Deutschland wurden bereits die Tourismusmesse ITB, die Sterneverleihung des Guide Michelin in Hamburg und die Internationale Handwerksmesse in München abgesagt.

Die Gefahr hierzulande sei weiter als "mäßig" einzuschätzen, sagte Lars Schaade, Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts. Mit 101 Fällen bildete Nordrhein-Westfalen weiterhin den bundesweiten Schwerpunkt.

Schaade beschrieb das Coronavirus als Erreger, der "voraussichtlich nicht wieder verschwinden wird". Es werde sich eher langfristig etablieren. Ziel müsse die Verlangsamung der Infektionswelle sein. Schaade empfahl Bürgern in stark betroffenen Regionen, ihre Kontakte zu anderen Menschen zu reduzieren und möglichst zu Hause zu bleiben. Unternehmen sollten ihren Mitarbeitern Heimarbeit ermöglichen.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) warnte vor übereilten Arztbesuchen. "Nichts wäre fataler, sowohl die Patienten als auch die Ärztinnen und Ärzte in den Praxen unnötigen Risiken auszusetzen und damit die Versorgung insgesamt zu gefährden", sagte der stellvertretende KBV-Vorstandschef Stephan Hofmeister in Berlin. Bürger sollten zunächst zu Hause bleiben und beim Arzt oder den regionalen Behörden anrufen.

KBV-Vorstandschef Andreas Gassen verwies darauf, dass das Coronavirus sich nicht durch die Luft verbreite. "Es muss also schon ein echter physischer Kontakt zu einem infizierten Menschen oder Sekreten aus dessen Nase oder Rachen bestanden haben", sagte er zum Infektionsrisiko.

Im Laufe des Dienstags meldeten einzelne Bundesländer weitere Ansteckungen. Im Saarland gab es die erste bestätigte Infektion. Aus Mecklenburg-Vorpommern wurden zwei Fälle gemeldet, die Betroffenen wurden im Landkreis Vorpommern-Greifswald positiv auf das Virus getestet, wie der Landkreis am frühen Dienstagabend mitteilte.

Zuvor hatten am Montagabend Brandenburg, Sachsen und Thüringen erste bestätigte Infektionen gemeldet. Nur in Sachsen-Anhalt wurde bislang noch keine Ansteckungen mit dem neuartigen Virus bestätigt.