Leipzig kann Gunst der Stunde nicht nutzen

SID
Leipzig kann Gunst der Stunde nicht nutzen

RB Leipzig hat die Gunst der Stunde nicht nutzen können und muss um seine seine Position als Bayern-Jäger Nummer eins fürchten. Der Vizemeister kam bei Bayer Leverkusen nicht über ein 2:2 (1:1) hinaus und verpasste es dadurch, sich weiter von der Konkurrenz abzusetzen. Am Sonntag kann Schalke 04 durch einen Erfolg gegen den Hamburger SV die Sachsen vom zweiten Rang verdrängen.
Leon Bailey (44.) und Kevin Volland (74.) sorgten dafür, dass Leverkusen in dieser Saison zu Hause weiter ungeschlagen bleibt und seit insgesamt sieben Spielen in der Liga nicht mehr verloren hat. Die Werkself, die allerdings auch im dritten Anlauf gegen Leipzig nicht gewinnen konnte, klebt in der Tabelle weiter auf Platz neun fest.
Für Leipzig trafen bei der Generalprobe für das Auswärtsspiel in der Champions League am Dienstag bei AS Monaco (20.45 Uhr/Sky) Nationalspieler Timo Werner per Foulelfmeter (13.) und Emil Forsberg (54.) per Handelfmeter.
Vor 30.000 Zuschauern traten die Gäste, bei denen der frühere Leverkusener Kevin Kampl bei jeder Ballberührung gnadenlos ausgepfiffen wurde, vom Start weg äußerst selbstbewusst auf und ließen Leverkusen zunächst kaum zur Entfaltung kommen. Die Angriffsbemühungen der Hausherren verpufften zumeist schon vor dem Leipziger Strafraum.
Leipzig agierte angetrieben vom starken Naby Keita entschlossener, was auch in der Szene, die zum Strafstoß führte, zu sehen war. Admir Mehmedi, der in defensiver Rolle völlig überfordert war, wusste sich gegen Marcel Sabitzer nur mit einem plumpen Foul zu helfen. Werner verwandelte anschließend eiskalt vom Punkt. Nach dem siebten Saisontreffer des Nationalspielers agierte das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl aber zu passiv und ließ Bayer aufkommen.
Die Gastgeber mühten sich nach Kräften, verzettelte sich aber lange Zeit bei ihren Angriffsbemühungen. In der 38. Minute hätte Nationalspieler Julian Brandt aber ausgleichen müssen, als er nach brillanten Zuspiel von Wendell freistehend scheiterte. Kurz darauf führte die zweite gute Kombination zum Ausgleich. Bailey gelang nach Vorarbeit von Dominik Kohr sein vierter Saisontreffer.
Bayer-Trainer Heiko Herrlich reagierte nach der Pause und stellte von Dreier- auf Viererkette um, was sich positiv bemerkbar machte. Leipzig hatte nicht mehr so viele Räume und tat sich offensiv deutlich schwerer. Kurz nach der Pause verpasste Bayer, das auf Abwehrchef Sven Bender verzichten musste, durch Volland eine weitere gute Gelegenheit.
In der 52. Minute folgte dann die Entscheidung von Schiedsrichter Harm Osmers, der dem erst nach der Pause für Mehmedi eingewechselten Benjamin Henrichs wegen eines absichtlichen Handspiels im Strafraum die Rote Karte zeigte und Forsberg den zweiten Strafstoß für RB verwandelte. Bayer steckte aber in Unterzahl nicht auf und wurde durch Vollands siebten Saisontreffer für seinen Kampf belohnt.