Leichtathletik-WM: Stars und deutsche Hoffnungen

Usain Bolt ist auch in London der große Star

Die 16. Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London stehen an. Von 4. bis 13. August werden aus einem Pool von rund 2000 Athleten aus 205 Nationen in 47 Disziplinen die neuen Weltmeister ermittelt (Der Zeitplan der WM).

Bei den Olympischen Spielen 2012 in London sorgten die Zuschauer für eine atemberaubende Kulisse, die am "Super Saturday" Siebenkämpferin Jessica Ennis, Weitspringer Greg Rutherford und Langstreckenläufer Mo Farah zur Goldmedaille trieb.

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Die internationalen Stars

Der große Star ist einmal mehr Usain Bolt. Der Sprinter aus Jamaika hat an der Themse seinen letzten großen Auftritt, nach dieser WM wird der 30-Jährige seine beeindruckende Karriere beenden. Bolt peilt seine WM-Goldmedaillen Nummer zwölf und dreizehn an, er verzichtet diesmal auf seine Lieblingsstrecke 200 m. Wohl auch, weil selbst bei Bolt langsam die Kräfte nachlassen. 

Aus Gastgeber-Sicht steht erneut Mo Farah im Fokus. Der Mittelstreckenlaufer peilt erneut einen Doppel-Gold-Coup über 5.000 und 10.000 Meter an, ehe er sich komplett dem Marathon widmen will. Jessica Ennis-Hill hat inzwischen ihre Karriere beendet, Rutherford fehlt verletzt.

Auch Bolt-Konkurrent Andre deGrasse aus Kanada (Bronze in Rio über 100m) meldete sich kurzfristig ab, wie auch 800-Meter-Star David Rudisha aus Kenia.

Die deutschen Medaillenhoffnungen

Als absolute Top-Favoriten gelten die Speerwerfer um Olympiasieger Thomas Röhler und den deutschen Rekordhalter Johannes Vetter. Aussichtsreich starten zudem Siebenkämpferin Carolin Schäfer sowie die beiden Zehnkämpfer Rico Freimuth und Kai Kazmirek und Kugelstoßer David Storl.

Diskus-Star Robert Harting ist eher Jäger. Läuft alles rund, dürfen vielleicht auch Hürdensprinterin Pamela Dutkiewicz und die 4x100-m-Staffel um Gina Lückenkemper mit einer Medaille liebäugeln - genau wie Hochspringer Mateusz Przybylko. Außenseiterchancen besitzt Lauf-Hoffnung Konstanze Klosterhalfen.

Diese Deutschen fehlen

Die Weltklasse-Athletinnen Betty Heidler (Hammer) und Christina Obergföll (Speer) haben ebenso ihre Karriere beendet wie Linda Stahl (Speer). Zudem ist Kugelstoß-Weltmeisterin Christina Schwanitz nach der Geburt ihrer Zwillinge nicht dabei, Hürdensprinterin Cindy Roleder fehlt verletzt. Rio-Olympiasieger Christoph Harting und Daniel Jasinski, der in Brasilien Bronze gewann, schafften die Quali nicht.

"All diese Athleten kann man nicht ersetzen", sagt Idriss Gonschinska, Leitender Direktor Sport im DLV. Die acht Medaillen von der vergangenen WM in Peking seien kein Maßstab. In Rio holten die DLV-Asse drei Mal Edelmetall. Insgesamt sind in London 72 deutsche Athleten am Start.

Wer überträgt?

Zu sehen ist die Leichtathletik WM live in der ARD und im ZDF - sowohl im Fernsehen als auch im Internet. Auch Eurosport berichtet live aus der britischen Hauptstadt.

Der Weltverband IAAF schüttet ein Preisgeld von etwa 6,273 Millionen Euro aus. Für Gold gibt es eine Prämie von 60.000 Dollar, für Silber und Bronze 30.000 bzw. 20.000 Dollar. Der Achte erhält noch 4000 Dollar. Wer einen Weltrekord erzielt, bekommt noch einmal 100.000 Dollar extra überwiesen.

Der Problemfall Russland

Der russische Leichtathletik-Verband bleibt wegen des massiven und systematischen Dopingbetrugs weiter gesperrt, allerdings genehmigte die IAAF einigen Russen die Starterlaubnis als neutrale Athleten.

Das "russische" Team umfasst knapp 20 Sportler, der russische Cheftrainer Juri Borsakowski rechnet mit bis zu sieben Medaillen. Die Russen um Hochspringerin Maria Lasizkene, die dieses Jahr schon 2,06 m überquerte, dürfen aber nicht das russische Nationaltrikot tragen, bei einem WM-Titel würde auch nicht die russische Hymne gespielt.