Leichtathletik-WM: Das Biest mit der Kugel ist im Ring zurück

David Storl schaffte am Sonnabend locker die Qualifikation für das Finale am Sonntag

London.  Die Qualifikation war schnell erledigt. 20,75 Meter waren gefordert, um den Endkampf zu erreichen, David Storl meisterte am Sonnabend im ersten Versuch 21,41 Meter. "Das tut gut", sagte er, "so ein kontrollierter Stoß auf diese Weite, da ist man zufrieden." Der Sachse ist am Sonntag im Finale (ab 21.35 Uhr, ZDF) nun in der Position des Jägers. Sieben Kugelstoßer waren in diesem Jahr besser als er. Aber Storl hat seine Angriffslust zurück. "Unser Ziel ist eine Medaille. Welche, das verraten wir nicht", sagt er. Solche forschen Töne waren vor Kurzem undenkbar. Der Zwei-Meter-Mann wollte keine Kugeln mehr sehen. Und wer ist eigentlich "wir"?

Angefangen hat alles mit dem Ab-schiedsspiel für Trainer Huub Stevens auf Schalke im Mai. Da schaute von der Tribüne aus auch Storl zu. Er saß neben Claudia Pechstein, der fünfmaligen Olympiasiegerin im Eisschnelllauf. Storl erzählt, er habe keine Lust mehr aufs Kugelstoßen. Was man da tun könne? Pechstein verwies auf den Mann an ihrer Seite: "Ich habe da jemand, der trainiert als Mentalcoach die erfolgreichste deutsche Winterolympionikin." Also sie selbst. Seitdem arbeitet auch Storl mit Matthias Große (49) zusammen, dem Lebensgefährten Pechsteins. Wie es aussieht, war das eine gute Entscheidung.

Nach all dem Grübeln über ein miserables Jahr 2016, dem siebenten Rang bei den Olympischen Spielen in Rio, Verletzungen, Zweifeln. Sogar eine Psychologin suchte der bullige Bundespolizist auf. "Ich bin niemand, der drei Stunden über Probleme reden mu...

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