Leichtathletik: Verband prüft Anti-Doping-Führerschein für EM-Teilnahmen

SID
Leichtathletik: Verband prüft Anti-Doping-Führerschein für EM-Teilnahmen

Der Europäische Leichtathletik-Verband (EAA) plant die Einführung einer Art Anti-Doping-Führerschein als Voraussetzung für die Teilnahme an Europameisterschaften. Einen entsprechenden Vorschlag will EAA-Präsident Svein Arne Hansen (71) dem Council seines Verbandes machen. Die Regelung könnte dann zur EM 2020 in Paris greifen. Athleten müssten sich demnach zuvor auf der neuen Website www.irunclean.org registrieren und in acht verschiedenen Modulen ein Zertifikat erwerben.
"Ich glaube, die große Mehrheit der Athleten will fair konkurrieren und sie wollen, dass andere das gleiche tun", sagte Hansen am Rande der U23-EM im polnischen Bydgoszcz. Die neue Regel solle für alle EAA-Wettbewerbe gelten. Es mache "nur Sinn, darauf zu bestehen, dass jeder Athlet diese wichtige Vorbereitung durchläuft, bevor sie bei unseren Veranstaltungen konkurrieren dürfen."
Das "Image der Leichtathletik wird verbessert, wenn wir Eltern, der Öffentlichkeit und Partnern zeigen können, dass wir alles in unser Macht stehende tun, um unseren Sport sauber zu halten", sagte Hansen. Bis Ende des Jahres soll die Website in zwölf verschiedenen Sprachen zur Verfügung stehen. Die Leichtathletik wurde zuletzt immer wieder von Doping-Skandalen erschüttert, der russische Verband ist wegen massiven Betrugs derzeit international gesperrt.