Leichtathletik: Testosteron-Debatte: Vorteile für hyperandrogene Athletinnen

Die Debatte um die Starterlaubnis von hyperandrogenen Leichtathletinnen wie 800-m-Olympiasiegerin Caster Semenya hat neuen Schwung bekommen. Laut einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Leichtathletik-Weltverbandes (IAAF) haben Sportlerinnen mit einem hohen Testosteron-Level Vorteile gegenüber Athletinnen mit einem niedrigeren Level.

Die Debatte um die Starterlaubnis von hyperandrogenen Leichtathletinnen wie 800-m-Olympiasiegerin Caster Semenya hat neuen Schwung bekommen. Laut einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Leichtathletik-Weltverbandes (IAAF) haben Sportlerinnen mit einem hohen Testosteron-Level Vorteile gegenüber Athletinnen mit einem niedrigeren Level.

"Unsere Startposition war, faire Bedingungen in der weiblichen Leichtathletik zu verteidigen, schützen und fördern", sagte Studienleiter Stéphane Bermon, der die Ergebnisse zusammen mit seinem Co-Autor Pierre-Yves Garnier im British Journal of Sports Medicine veröffentlicht hatte.

Die Studie, die Vorteile im Bereich von 1,8 bis 4,5 Prozent in den Disziplinen 400 m, 400 m Hürden, 800 m, Hammerwurf und Stabhochsprung nachwies, ist Teil einer wissenschaftlichen Beweiskette der IAAF "für einen Zusammenhang zwischen erhöhten Testosteron-Werten und einer gesteigerten Leistungsfähigkeit bei Sportlern".

CAS erklärt Umgang der IAAF für ungültig

Der Sportgerichtshof CAS hatte nach einer Klage der indischen Sprinterin Dutee Chand 2015 den Umgang der IAAF mit typisch männlichen Androgenwerten bei Frauen für vorläufig ungültig erklärt und dem Verband zwei Jahre Zeit für einen Nachweis gegeben.

Semenya hatte die Debatte mit ihrem WM-Sieg 2009 entfacht, die Südafrikanerin musste sich danach einem Geschlechtstest unterziehen. Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro gewann die Südafrikanerin wie vier Jahre zuvor Gold über die 800 m.

Durch die Aussetzung der Testosteron-Regel ist die 25-Jährige derzeit nicht gezwungen, sich einer androgensenkenden Behandlung zu unterziehen. Dies könnte sich auch durch die neue Studie allerdings ändern.

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