Leichtathletik: Sprinterinnen in WM-Form - Leichtathleten überzeugen bei Hallen-DM

Die deutschen Leichtathleten fahren gut gerüstet zur Hallen-WM nach Birmingham. Allen voran die deutschen Sprinterinnen unterstrichen ihre Topform.

Die deutschen Leichtathleten fahren gut gerüstet zur Hallen-WM nach Birmingham. Allen voran die deutschen Sprinterinnen unterstrichen ihre Topform.

Ein Traumlauf von Tatjana Pinto, zwei Weltklassezeiten von Cindy Roleder und Pamela Dutkiewicz: Mit viel Frauen-Power haben die deutschen Leichtathleten bei ihren Meisterschaften in Dortmund Hoffnungen auf eine erfolgreiche Hallen-WM in Birmingham (1. bis 4. März) gemacht.

Neben den Frauen zeigten der zweimalige Kugelstoß-Weltmeister David Storl (Leipzig) und Dreisprung-Europameister Max Heß (Chemnitz) aufsteigende Form. Beide holten jeweils mit Saisonbestleistungen ihre Titel. Auch dem ehemaligen Stabhochsprung-Weltmeister Raphael Holzdeppe (Zweibrücken) gelang wie im Vorjahr der Sieg.

Pinto mit schnellster Zeit seit 1991

Das Highlight setzte Pinto im letzten Rennen des Samstags. In 7,06 Sekunden sprintete die Paderbornerin nach 60 m ins Ziel: Die schnellste Zeit einer Deutschen seit Katrin Krabbe 1991. Insgesamt waren nur die DDR-Athletinnen Marita Koch und Silke Möller (beide 7,04) je schneller. Krabbe lief ebenfalls 7,06.

"Damit habe ich nicht gerechnet", sagte die 25-Jährige, die nun auf Platz zwei der Weltjahresbestenliste liegt. In einem dreiwöchigen Trainingslager in Jamaika bei Stephen Francis, unter anderem Trainer der Doppel-Olympiasiegerin Elaine Thompson, legte Pinto die Grundlage für den Erfolg. "Die Lockerheit und den Spaß habe ich mitgenommen. Und die Wettkampfsituation. Dass man locker bleibt, egal, wer neben einem sitzt", sagte Pinto.

Locker blieb auch Hallen-Europameisterin Cindy Roleder (Halle) im Dauer-Duell gegen ihre Hürdenkollegin Pamela Dutkiewicz. In eingestellter persönlicher Bestzeit von 7,84 Sekunden holte sie sich den nationalen Hallentitel von der Wattenscheiderin (7,89) zurück. Nach einer langen Verletzungspause wegen einer Entzündung des Ischiasnervs im vergangenen Jahr ist auch Roleder wieder in alter Form.

"Ich freue mich extrem auf die Hallen-WM und bin extrem motiviert", sagte sie: "Es war kein Spaß, was ich hatte. Ich bin sehr glücklich, dass mir nichts mehr weh tut und ich diese Zeiten abrufen kann." Dutkiewicz verzichtet dagegen auf weitere Starts in der Halle.

Storl mit neuem Trainer erfolgreich

Äußerst zufrieden zeigte sich auch Storl. Nach einer enttäuschenden WM im vergangenen Jahr und der Trennung von seinem langjährigen Trainer Sven Lang stieß der Leipziger am Samstag Saisonbestleistung von 21,19. Am Sonntag reiste er bereits ins Trainingslager nach Lanzarote zur Vorbereitung auf Birmingham. "Ich brauche Wettkämpfe. Wir sind auf einem guten Weg", sagte Storl, der auch wieder sein lange verletztes Knie voll belasten kann.

Ohne ernsthafte Konkurrenz wiederholte auch Heß mit 16,84 m seinen Erfolg aus dem Vorjahr. Die 17 Meter peilt er nun in Birmingham an. Vor zwei Jahren setzte er mit WM-Silber unter dem Hallendach ein erstes Ausrufezeichen.

Holzdeppe reichten im Stabhochsprung zwei erfolgreiche Sprünge zum Sieg mit 5,68 m. Anfang Februar hatte Holzdeppe in Karlsruhe 5,88 übersprungen und seinen besten Sprung seit 2015 abgeliefert. Momentan liegt er damit auf Platz vier der Welt.

Nicht in Birmingham am Start sein wird Deutschlands Topsprinter Julian Reus. Zwar gewann der Erfurter erneut den Titel - doch die Form stimmt nicht. Mein Körper ruft nach einer Pause", sagte er.

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