Leichtathletik: Hallen-WM: Klosterhalfen geht leer aus - Przybylko überrascht mit Bronze

Lauf-Hoffnung Konstanze Klosterhalfen musste der hochkarätigen Konkurrenz die Medaillen überlassen, doch Hochspringer Mateusz Przybylko bescherte den deutschen Leichtathleten mit Überraschungsbronze einen gelungenen Auftakt in die Hallen-WM.

Lauf-Hoffnung Konstanze Klosterhalfen musste der hochkarätigen Konkurrenz die Medaillen überlassen, doch Hochspringer Mateusz Przybylko bescherte den deutschen Leichtathleten mit Überraschungsbronze einen gelungenen Auftakt in die Hallen-WM.

Der 25-Jährige sicherte sich in Birmingham mit übersprungenen 2,29 m den dritten Platz - und gewann damit die erste deutsche Hochsprungmedaille bei Titelkämpfen in der Halle seit Silber durch Dietmar Mögenburg vor 29 Jahren.

Klosterhalfen lief dagegen in einem hochklassigen Feld über 3000 m in 8:51,79 Minuten auf Platz sieben ins Ziel. Gold ging an Titelverteidigerin und Weltrekordlerin Genzebe Dibaba (Äthiopien) in 8:45,05 Minuten vor 1500-m-Hallenweltmeisterin Sifan Hassan (Niederlande/8:45,68) und Europameisterin Laura Muir (Großbritannien/8:45,78).

Przybylko schafft 2,25m erst im dritten Versuch

Dafür feierte Przybylko den größten Erfolg seiner Laufbahn. "Das erste Mal eine Medaille. Das ist unfassbar. Ich bin einfach so glücklich. Eine Medaille war immer mein Ziel. Das ist bis jetzt der schönste Tag in meiner Karriere", sagte er. "Ich freue mich für ihn. Das ist sehr schön", sagte Mögenburg, der den Wettkampf vor dem Fernseher mitverfolgte, dem SID: "Er hat den Hintern über 2,25 m drüber bekommen. Danach lief es besser."

Denn bei 2,25 m wäre Przybylkos WM-Auftritt bereits fast beendet gewesen. Erst im dritten Versuch überquerte er die Latte - und atmete danach erst einmal kräftig durch. Doch danach machte er es besser: Die 2,29 m schaffte er im zweiten Versuch, sein Kontrahent Erik Kynard (USA) erst im dritten. Beide scheiterten an der nächsten Höhe, Przybylko hatte Bronze sicher. Es siegte der unter neutraler Flagge startende Russe Danil Lysenko mit 2,36 m vor Weltmeister Mutaz Essa Barshim (Katar/2,33).

Klosterhalfen "fehlt die Erfahrung"

Wenig später kämpfte Klosterhalfen vergebens um Edelmetall. Zwischenzeitlich führte sie das Feld an, musste aber auf dem letzten Kilometer die Konkurrentinnen ziehen lassen. Am Ende stand Platz sieben.

"Es war mein erstes Finale bei einer WM, aber hintenraus sind die Konkurrentinnen so stark. Da muss ich noch mehr lernen", sagte Klosterhalfen: "Mir fehlt noch ein bisschen die Erfahrung."

Vor zwei Wochen hatte sie ihre Topform unter Beweis gestellt. Der deutsche 3000-m-Rekord wurde von ihr bei den deutschen Hallen-Meisterschaften pulverisiert. Fast sechs Sekunden besser war ihre Zeit als die 30 Jahre alte Bestmarke.

Im vergangenen Jahr gab es Silber bei der Hallen-EM in Belgrad über 1500 m, diesmal wurde es nichts mit einem weiteren Edelmetall. Doch ihr gehört die Zukunft.

Neutrale Athletin gewinnt

Im Freien verbesserte sie im vergangenen Jahr den deutschen Rekord über 3000 m auf 8:29,89 Minuten. Zudem gelang ihr als jüngster Läuferin der Geschichte ein bemerkenswertes Triple: die 800 m unter zwei Minuten (1:59,65), die 1500 m unter vier (3:58,92) und die 5000 m (14:51,38) unter 15 Minuten zu laufen.

Bei den Frauen gewann wie erwartet die Topfavoritin Maria Lasizkene den Hochsprung. Die neutrale Athletin, im vergangenen Jahr auch Freiluft-Weltmeisterin, setzte sich mit 2,01 m durch. Deutsche Athletinnen waren nicht am Start.

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