LEICHTATHLETIK: Gretel Bergmann mit 103 Jahren in New York gestorben

Gretel Bergmann beim Hochsprung 1930

Budapest.  Gretel Bergmann ist nie Olympiasiegerin geworden und hat auch keine Medaille bei internationalen Titelkämpfen gewonnen. Aber trotzdem ist sie eine der größten deutschen Leichtathletinnen gewesen und hat mit Recht einen Platz in der "Hall of Fame" des deutschen Sports. Am Dienstag ist Gretel Bergmann im Alter von 103 Jahren in ihrem Haus im New Yorker Stadtteil Queens gestorben. Dies bestätigte ihr Sohn Gary Lambert am Mittwoch.

Bis zu ihrem Tod war die Jüdin davon überzeugt, dass ihr das Gold im Hochsprung bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin geraubt wurde. "Ich war die Beste der Welt", erklärte sie noch zu ihrem 100. Geburtstag. "Ich hatte so viel Wut im Bauch, ich wäre mindestens 1,70 Meter hoch gesprungen." Zum Gold hätten 1,60 Meter gereicht. Sie hasste die Nazis. Ihre Botschaft lautete: "Seht her, ihr Bastarde, so gut kann eine Jüdin sein!"

Ihre Eltern wurden unter Druck gesetzt

Gretel Bergmann wurde am 12. April 1914 in Laupheim bei Ulm geboren. Sie emigrierte schon 1933 nach England, weil sie von den Nazis aus ihrem Sportverein ausgeschlossen worden war. 1936 wurde sie zum Spielball der Politik: Weil die USA mit einem Olympia-Boykott drohten, falls Deutschland Juden den Start in Berlin verbieten würden, setzten die Nazis die noch in Deutschland lebenden Eltern der Hochspringerin unter Druck. Bergmann kehrte zurück, um sich im Trainingslager mit dem deutschen Team auf die Olympischen Spiele vorzubereiten.

Als Olympiasiegerin hätte sie Geschichte geschrieben, doch als...

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