Leicht durchschaubar: Bei seinem letzten Auftritt schmeichelt sich Trump bei Polen ein

Annette Dönisch
donald trump poland


Die Strategie ging auf. Mit warmen Worten umgarnt US-Präsident Donald Trump das polnische Volk am Donnerstag. „Amerika liebt Polen. Amerika liebt das polnische Volk“, beginnt er seine Rede in Warschau.

Später sagt er: „Polen ist das Herz Europas“ und bezeichnet das Land als ein Vorbild für andere, die Freiheit anstreben und die Zivilisation verteidigen wollen. Damit ging Trump auf den historischen Widerstand Polens gegen das NS-Regime und die Sowjetunion ein. Die Menschen jubelten ihm daraufhin bei Sonnenschein und blauem Himmel zu.

Was wie ein gelungener Auftritt anmutet, ist in Wirklichkeit teils inszeniert. Wie „CNN“ und die „New York Times“ berichten, wählte die polnische Regierung für Trumps Auftritt einen kleineren Platz als für Obamas Rede im Jahr 2014 in Warschau. Der Grund: Die Organisatoren befürchteten, im liberalen Warschau nicht genügend Trump-Sympathisanten für den großen Platz zusammen zu bekommen. Zudem ließ die polnische Regierung Menschen aus dem ländlichen Raum, die dem konservativen US-Präsidenten wohlgesonnener sind, in kostenlosen Bussen anreisen.

Trump verbindet freundliche Worte mit politischer Forderung

Der Plan ging auf: Trumps Rede vor der begeisterten Menschenmenge war einprägsam. Und mit seinen einschmeichelnden Worten gelang es Trump ebenfalls, Gehör für seine politischen Ziele zu finden. Ein wichtiges Thema für den US-Präsidenten ist die Verteidigungspolitik, womit er allerdings auch die Interessen Polens ansprach.

Das osteuropäische Land wünscht sich Schutz vor Russland. Die Großmacht wirkt seit der Einnahme der einst ukrainischen Krim-Halbinsel wieder bedrohlicher. Diesem Wunsch kam Trump auf zweierlei Weise nach, stellte aber seinerseits auch eine Forderung.

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