Leiche des Sohns von Argentiniens Ex-Präsident Menem exhumiert

Die Überreste des 1995 verstorbenen Sohnes von Argentiniens damaligem Präsidenten Carlos Menem sind exhumiert worden. Gerichtsmediziner sollen prüfen, ob es sich bei der Leiche tatsächlich um Carlos Menem junior handelt. Die Exhumierung war von der Mutter des Verstorbenen, Menems Ex-Frau Zulema Yoma, durchgesetzt worden. Sie ist überzeugt, dass ihr Sohn ermordet wurde und nicht, wie offiziell dargestellt, bei einem Hubschrauberunglück ums Leben kam.

Der damals 26-jährige "Carlitos" saß als Pilot in dem Hubschrauber, der 230 Kilometer nördlich von Buenos Aires abstürzte. Die von seiner Mutter verfochtene Mordtheorie wird unter anderem dadurch bestärkt, dass 13 Zeugen des Vorfalls starben und dass es keinen Expertenbericht zu dem Hubschrauberwrack gab.

Auf Anordnung des Bundesrichters Carlos Villafuerte Ruzo wurden die sterblichen Überreste am Mittwoch auf dem muslimischen Friedhof von San Justo am Stadtrand von Buenos Aires ausgegraben. Die Gerichtsmediziner sollen DNA-Proben vom Schädel und anderen Knochen entnehmen, wie Yomas Anwalt Diego Storo vor Journalisten sagte. Die Ergebnisse würden mit der DNA von Yoma und ihrem Ex-Mann verglichen.

Richter Villafuerte Ruzo hatte in einem ersten Urteil die Unfallthese bestätigt, doch Yoma legte Berufung ein und zog bis vor das Oberste Gericht. Dieses legte den Fall 2004 zu den Akten, woraufhin Yoma das Interamerikanische Menschenrechtsgericht einschaltete, um neue Ermittlungen durchzusetzen.

Carlos Menem war von 1989 bis 1999 Präsident des lateinamerikanischen Landes. "Carlitos" starb am 15. März 1995, einen Tag vor Menems Wiederwahl. Der heute 86-jährige Menem ist seit dem Jahr 2005 Senator. Er wurde wegen Waffenschmuggels nach Kroatien und Ecuador zu sieben Jahren Haft verurteilt, genießt aber parlamentarische Immunität und muss daher nichts ins Gefängnis.

Der Ex-Präsident hat mit seiner ersten Frau Zulema Yoma auch eine Tochter, Zulemita. Mit seiner zweiten Frau, der chilenischen Schauspielerin Cecilia Bolocco, bekam er einen weiteren Sohn, den 13-jährigen Maximo Saul. Das Paar trennte sich 2007. Außerdem erkannte Menem einen außerehelichen Sohn an, den 34-jährigen Carlos Nair.