Lehrerpräsident: Körperliche Gewalttaten gegen Lehrer sind eher Einzelfälle

Ein Lehrer steht in einem Gymnasium an der Tafel

Lehrerpräsident Hans-Peter Meidinger hat sich verwundert über das Ergebnis einer Studie gezeigt, nach der an jeder vierten Schule Lehrer körperlich angegriffen worden seien. "Körperliche Gewalttaten gegen Lehrer sind eher Einzelfälle", sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbands der "Passauer Neuen Presse" vom Donnerstag. "Das ist nicht die Regel."

An vielen Schulen in Deutschland sind Lehrer laut einer am Mittwoch vom Verband Bildung und Erziehung (VBE) veröffentlichten Forsa-Umfrage in den vergangenen Jahren beschimpft und beleidigt, gemobbt oder gar körperlich angegriffen worden. Fast die Hälfte der befragten Schulleitungen (48 Prozent) gab an, dass es an ihrer Schule in den vergangenen fünf Jahre Fälle von psychischer Gewalt gegen Lehrer gab.

Ein Viertel der Befragten (26 Prozent) berichtete sogar, dass Lehrer körperlich angegriffen wurden. Wenn in der Studie die Rede davon sei, "dass Lehrer in jeder vierten Schule mit körperlichen Angriffen rechnen müssen und dies auch für Grundschulen gelten soll, macht mich das stutzig", sagte Meidinger.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands beobachtet nach eigenen Angaben hingegen einen Anstieg von psychischer Gewalt. "Kinder aus bestimmten Kulturkreisen wie etwa Nordafrika akzeptieren Frauen teilweise nicht", sagte er. "Das ist ein großes Problem." Denn 70 Prozent der Lehrkräfte seien weiblich, an Grundschulen sogar 90 Prozent.