Legenden der Raumfahrt: Voyager

Diesmal in unserer Mini-Reihe: Die Voyager-Mission. Die Zwillings-Raumsonden Voyager 1 und Voyager 2 waren die ersten, die die äußeren Planeten unseres Sonnensystems erkunden sollten. Sie fliegen inzwischen fern in den Weiten des Alls – die fernsten, die der Mensch bislang in den Weltraum schickte.

Vor genau vierzig Jahren, 1977, nutzte die Mission die Gunst der Stunde, einen ungewöhnlichen Moment, in dem man von Jupiter bis Uranus alles erreichen konte, erinnert sich ESA-Planetenforscher Gerhard Schwehm: “Jemand in den USA hatte die großartige Idee, dass man, wenn man das Startdatum richtig wählt, mit einem Raumfahrzeug alle Planeten besuchen kann. Also starteten sie 1977, und dann flogen sie zu Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun.”

Beide Raumsonden machten zahlreiche Entdeckungen, wie die aktiven Vulkane auf Jupiter- Mond Io (oder Jupiter 1) oder die komplizierte Natur der Saturn-Ringe. Bis heute ist Voyager 2 das einzige Raumfahrzeug, das nahe an Uranus und Neptun vorbeiflog.

Jorge Vago, ExoMars-Projektwissenschaftler der ESA: “Die Welten dort waren verblüffend. Der Saturn ist wunderschön, die Stürme und die Atmosphäre am Jupiter sind erstaunlich… Die Monde… der Mond Io mit seinem Vulkanismus – und Europa, weiß mit all seinem Wasser. Schon rein visuell sah es aus wie eine Juwelen-Sammlung.”

Beide Raumsonden nahmen zwar unterschiedliche Wege, sind aber inzwischen beide hinter dem Orbit des Plutos angekommen. Im Februar dieses Jahres waren sie rund 20 bzw. 17 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt. ESA-Wissenschaftler Matt Taylor von der “Rosetta”-Mission: “Die Voyager-Missionen sind das beste Beispiel dafür, wie groß das All ist. Sie starteten in den siebziger Jahren, und es wird immer noch darüber diskutiert, ob sie das Sonnensystem verlassen haben oder nicht. Der alte Spruch: Das All ist groß: Das führen sie vor, sie sind noch nicht einmal aus unserem Hinterhof heraus!”

Die Voyager-Mission soll uns auch weiterhin neue Aufschlüsse geben, zum Beispiel über den Bereich, in dem der Einfluss der Sonne endet. Es wird erwartet, dass die beiden Sonden bis in die zwanziger Jahre dieses Jahrhunderts in Betrieb bleiben können, bis ihnen der Treibstoff ausgeht und sie keine Daten mehr an die Erde senden können. Danach werden sie weiter im All kreisen und wohl in Millionen Jahren im Strudel um das Schwarze Loch der Milchstraße enden.