Legendäres Flugzeug „Landshut“ kommt zurück nach Deutschland

Am 13. Oktober 1977 wurde die Lufthansa-Maschine „Landshut“ entführt. Der Irrflug führte anschließend unter anderem nach Dubai. (Bild: AP Photo)

Vor 40 Jahren spielte sie eine entscheidende Rolle im sogenannten Deutschen Herbst, dann geriet sie in Vergessenheit. Nun soll die von Terroristen entführte Passagiermaschine „Landshut“ nach Deutschland überführt werden.

Es war eines der bedeutendsten Kapitel in der damals noch jungen Geschichte der BRD: Palästinensische Terroristen entführten im Oktober 1977 eine Boeing 737 der Lufthansa mit 86 Passagieren auf dem Weg von Mallorca nach Frankfurt. Die bewaffnete Aktion war ein Teil des durch linken Terrorismus geprägten Deutschen Herbstes und sollte zur Freipressung der damals inhaftierten RAF-Terroristen führen. Die Bundesregierung ließ sich jedoch nicht auf Verhandlungen ein, die Geiseln wurden nach Tagen des Schreckens im somalischen Mogadischu befreit.

Das damals entführte Flugzeug „Landshut“ wurde schnell zum Symbol der terrorgeprägten Krise der Bundesrepublik, geriet jedoch ebenso schnell in Vergessenheit. Die Lufthansa verkaufte die Maschine nach weiterer Nutzung 1985, anschließend flog sie unter anderem für Airlines in Frankreich, Indonesien und Südamerika. Der letzte Besitzer der Boeing war die brasilianische Fluggesellschaft TAF Linhas Aéreas.

In Rom folgte nach der Übernahme durch Terroristen am 13. Oktober 1977 der erste Zwischenstopp der entführten Maschine. (Bild: AP Photo)

2008 wurde das Flugzeug endgültig aus dem Verkehr gezogen und steht seitdem auf einem gesperrten Flugfeld nahe der brasilianischen Stadt Fortaleza, wo es langsam verfällt.

Damit soll jetzt jedoch Schluss sein! Wie die „Bild“ berichtet, wurde die „Landshut“ zum Schrottpreis von umgerechnet 20.000 Euro vom Auswärtigen Amt unter der Leitung von Vizekanzler und Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) aufgekauft. Nach einer Demontage durch die Lufthansa wird die Maschine für insgesamt zwei Millionen Euro nach Deutschland transportiert und restauriert. Anschließend soll die Boeing im Luft- und Raumfahrtmuseum in Friedrichshafen am Bodensee ausgestellt werden.

Kulturstaatssektretärin Monika Grütters (CDU), die Schirmherrin der Dornier-Stiftung, die das Projekt finanziell unterstützt, sagt dazu: „Die Zusammenhänge der Entführung und der erfolgreichen Befreiungsaktion im Herbst 1977 sollten historisch beleuchtet werden und die Entschlossenheit eines demokratischen Rechtsstaates zeigen, sich nicht erpressen zu lassen.“

Nach der Befreiung der „Landshut“ erhielten Mitglieder des ausführenden GSG-9-Kommandos und die Lufthansa-Besatzung von Kanzler Helmut Schmidt (2. v. r.) das Bundesverdienstkreuz. (Bild: AP Photo)

Auch die Besatzungsmitglieder des entführten Fluges zeigen sich begeistert. Jürgen Vietor, der damalige Co-Pilot, erklärt gegenüber Bild: „Eine tolle Nachricht! Die ‘Landshut’ ist ein Symbol des Deutschen Herbstes, sie gehört nach Deutschland!“ Ex-Stewardess Gabriele von Lutzau stimmt zu: „Ich bin glücklich, dass die ‘Landshut’ nach Hause kommt. Die Maschine hat Strapazen durchgemacht wie kaum ein anderes Flugzeug und dennoch durchgehalten. Wir verdanken ihr unser Leben.“

Die „Landshut“ soll noch vor dem 40. Jahrestag ihrer Entführung am 13. Oktober wieder deutschen Boden berühren.