LegalFling: Diese App soll einvernehmlichen Sex regeln

Um Missverständnissen vorzubeugen, können Partner ihre Bettgeschichten vertraglich schützen. (Bild: Getty Images)

Ein Start-up aus den Niederlanden hat eine App entwickelt, mit der zwei Menschen vor dem Geschlechtsverkehr juristische Details klären können. Dabei sind den Themen dieser Übereinkunft praktisch keine Grenzen gesetzt: vom Porno-Dreh bis zur Kondompflicht kann über alles entschieden werden.

Sie lauten #MeToo, #TimesUp, #CarryThatWeight, #WomensMarch, #Aufschrei oder #YesAllWomen: Derzeit gibt es zahlreiche Hashtags in den sozialen Medien, mit denen Opfer sexueller Übergriffe der Anonymität entfliehen können – und mit denen nicht Betroffene ihre Solidarität zeigen. Allen Bewegungen und Initiativen gemein ist ein Leitgedanke: Frauen sollen nicht länger als sexuelle Objekte gesehen und ausgebeutet werden.

„Nein heißt nein“, so eine der Grundforderungen vieler Frauen. Doch immer wieder wird darüber debattiert, dass genau diese mündliche Absprache, ob zwei Menschen sich körperlich näher kommen wollen oder nicht, unzureichend sei – und im Ernstfall eine Straftat schwer zu beweisen. Das niederländische Start-up LegalThings will erkannt haben, woran es in Zeiten wie diesen mangelt. Nämlich an einer Möglichkeit, Sex auf einfache Art und Weise vertraglich zu regeln.

Wie das Unternehmen Anfang Januar bekanntgab, arbeitet es an einer App mit dem Namen LegalFling, was übersetzt soviel wie „legale Liebelei“ bedeutet. Damit soll in Zukunft der Geschlechtsverkehr zwischen Partnern eine rechtliche Grundlage bekommen, damit hinterher keiner der Beteiligten behaupten kann, es sei zu ungewollten und nicht abgesprochenen Handlungen gekommen.

Eine mündliche Vereinbarung ist vielen Frauen in Zeiten von #MeToo zu wenig. (Bild: Getty Images)

Die App basiert auf sogenannten Blockchains, der gleichen technischen Grundlage, wie sie bei Kryptowährungen wie Bitcoin und Konsorten zum Einsatz kommen. Abmachungen, die über die App getroffen werden, werden in einer Blockchain-Datenbank rechtlich festgehalten. Sämtliche Vertragsinhalte sind dadurch kryptografisch abgesichert und können nachträglich nicht verändert werden.

Mit LegalFling können über die Einvernehmlichkeit auch andere Aspekte des Sexlebens geregelt werden. Muss ein Kondom verwendet werden? Dürfen beim Sex gemachte Videos weitergegeben werden und wenn ja, an wen? Nehmen mehr als zwei Partner an dem Akt teil? Wer darf was und wo verlaufen die individuellen Grenzen?

Wer sich nicht an die vereinbarten Regeln hält, kann später vor Gericht landen und mit einer Geldstrafe bedacht werden, die durchaus in den fünfstelligen Bereich gehen kann.

Erst kürzlich sorgte ein Gesetzesentwurf in Schweden für internationale Beachtung. In dem skandinavischen Land müssen Partner ab 1. Juli 2018 eine Sex-Genehmigung einholen, bevor sie mit dem Liebesspiel beginnen. Mit LegalFling könnte dies auf einfache Art und Weise geschehen.