Lega-Nord-Gründer Bossi zu mehr als zwei Jahren Haft verurteilt

Umberto Bossi

Der Gründer und frühere Chef der fremdenfeindlichen italienischen Partei Lega Nord, Umberto Bossi, ist wegen Veruntreuung staatlicher Gelder zu gut zwei Jahren Haft verurteilt worden. Der 75-Jährige müsse zwei Jahre und drei Monate lang ins Gefängnis, entschied am Montag ein Gericht in Mailand in erster Instanz. Bossi habe an seine Partei gezahlte öffentliche Gelder für persönliche Zwecke verwendet, hieß es zur Begründung.

Der Fall um Bossi und mehrere andere Beschuldigte ist in Italien unter dem Namen "The Familiy" bekannt. Unter diesem Titel hatte der frühere Schatzmeister der Lega Nord, Francesco Belsito, eine Akte zur Veruntreuung von Staatsgeldern geführt. Belsito wurde am Montag zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt, Bossis Sohn Renzo zu anderthalb Jahren. Alle drei Verurteilten wollen die Urteile anfechten.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte Belsito zwischen 2009 und 2011 fast eine halbe Million Euro veruntreut, bei Umberto Bossi waren es demnach mehr als 200.000 Euro und bei dessen Sohn mehr als 140.000 Euro. Allein 77.000 Euro soll Renzo Bossi für ein Diplom in Albanien ausgegeben haben.

Der Skandal hatte Umberto Bossis Rücktritt vom Parteivorsitz im April 2012 nach sich gezogen. Die EU-feindliche Lega Nord wird nun von Matteo Salvini geleitet.