Lega-Chef Salvini wegen Nähe zu Russland erneut in der Kritik

Der italienische Rechtspopulist Matteo Salvini ist wegen seiner Nähe zu Russland sowie der Rolle, die diese möglicherweise beim Auseinanderbrechen der Regierung in Rom spielte, erneut in die Kritik geraten. Wie die Zeitung "La Stampa" am Donnerstag berichtete, fragte ein Vertreter der russischen Botschaft in Rom bei einem Treffen Ende Mai einen Salvini-Vertrauten, ob die Minister der Partei beabsichtigten, aus der Koalition von Ministerpräsident Mario Draghi auszutreten.

Die rechtsradikale Lega hatte sich in der vergangenen Woche zusammen mit Silvio Berlusconis Partei Forza Italia und der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung aus der Regierung zurückgezogen, was zum Rücktritt von Draghi und zur Ansetzung von Neuwahlen im September führte.

Salvini steht auch wegen einer während des Ukraine-Kriegs von der russischen Botschaft organisierten und bezahlten, jedoch nicht angetretenen Russland-Reise in der Kritik.

Außenminister Luigi di Maio hatte am Donnerstag die Rolle Russlands beim Rückzug der Lega aus der Regierung verurteilt. Salvini müsse seine Kontakte zu Russland erklären, sagte Di Maio, der überzeugter Befürworter westlicher Waffenlieferungen an die Ukraine ist.

Salvini selbst sprach angesichts des Zeitungsberichts von "Fake News". Seine Partei stehe auf der "Seite des Westens". Salvini ist seit langer Zeit ein Bewunderer von Wladimir Putin und wurde bereits in T-Shirts mit einem Konterfei des russischen Präsidenten gesehen.

kbh/lan

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