LEG verabschiedet sich von branchenüblicher Kennzahl - Anleger skeptisch

DÜSSELDORF (dpa-AFX) -Der Immobilienkonzern LEG DE000LEG1110 will sich künftig auf höchstmögliche Kapitaleffizienz konzentrieren. Hintergrund sei die durch Inflation und Zinsanstieg geprägte aktuelle Marktsituation, teilte das Unternehmen am Mittwochabend in Düsseldorf mit. Daher werde man sich nicht mehr an der branchenüblichen Kennziffer FFO I orientieren, sondern stattdessen an dem um aktivierte Capex-Maßnahmen bereinigten FFO I, dem Affo. Hier erwartet LEG für das laufende Jahr 70 bis 80 Millionen Euro und für das kommende Jahr 110 bis 125 Millionen Euro.

Die Ausrichtung der Geschäftsstrategie auf höchstmögliche Kapitaleffizienz werde 2023 voraussichtlich zu einer Entwicklung des FFO I unterhalb der aktuellen Markterwartung führen, hieß es weiter. LEG rechnet hier mit 425 bis 440 Millionen Euro. Im laufenden Jahr werden 475 bis 485 Millionen Euro angepeilt.

Zudem wird die Ausschüttung der Dividende für das Jahr 2023 ebenfalls an der neuen Kennzahlensystematik ausgerichtet werden. Dabei ist geplant, die Ausschüttung der Dividende an zwei Komponenten zu messen: Abhängig von der Marktentwicklung sollen zum einen 100 Prozent des Affo und zum anderen ein Anteil der aus Immobilienveräußerungen in dem Berichtsjahr generierten Nettoerlöse ausgeschüttet werden.

Der Dividendenvorschlag für das Jahr 2022 werde sich wie bisher am FFO I orientieren. Die Ausschüttungsquote von 70 Prozent stehe aber unter dem Vorbehalt der weiteren Marktentwicklung.

Anleger reagierten skeptisch. Der Kurs der LEG-Aktie rutschte auf der Handelsplattform Tradegate in einer ersten Reaktion um ein Prozent ab.