LEG Immobilien SE konkretisiert Nachhaltigkeits-Strategie

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  • Dekarbonisierungsstrategie: Konkretes CO2-Minderungsziel für 2024 als Bestandteil des Pfades zur Klimaneutralität 2045

  • Transparente Zielvorgaben für Kundenzufriedenheit, Mitarbeiterzufriedenheit und Governance

  • Rahmenwerk für ESG-Finanzierung geschaffen

  • Forderung nach sektorübergreifendem Emissionshandelssystem, Energiegeld für Menschen mit geringem Einkommen und praktikable Vorschläge in der CO2-Umlage-Diskussion

Im Mai 2021 hatte die LEG erste Aspekte ihrer Nachhaltigkeits-Agenda 2024 vorgestellt, die als Startpunkt für die weitere Entwicklung in den Bereichen Environment, Social und Governance (ESG) dient. Heute hat das Unternehmen Ambitionen, Zielvorgaben und Meilensteine weiter konkretisiert sowie ein Rahmenwerk für ESG-Finanzierungen veröffentlicht. Bereits Ende 2020 hatte das Unternehmen zur Verankerung des Nachhaltigkeitsgedankens im Vergütungssystem für den Vorstand und die zweite Führungsebene konkrete kurz- und langfristige ESG-Ziele verankert, die sämtlich mess- und prüfbar sind.

„Bis 2045 wollen wir unseren Gebäudebestand klimaneutral gestalten und gleichzeitig unsere soziale Verantwortung für bezahlbares Wohnen weiter stärken. Unsere Nachhaltigkeitsziele haben wir bewusst transparent formuliert, damit wir an unseren Ambitionen gemessen werden können. Zufriedene Kunden, Mitarbeiter und Kapitalgeber, die alle diesen Weg mittragen, sind zentral für eine erfolgreiche nachhaltige Entwicklung des gesamten Sektors. Politische Rahmenbedingungen sollten dabei soziale Härten für den Einzelnen abfedern sowie Effizienz und technologischen Fortschritt unterstützen. Marktwirtschaftliche Instrumente, wie die sektorübergreifende Ausweitung des europäischen Emissionshandels, bringen mehr für den Klimawandel im Gebäudesektor als jede neue Bauvorschrift.“, so Lars von Lackum, Vorstandsvorsitzender der LEG Immobilien SE.

Drei-Punkte-Programm für Klimaneutralität bis 2045
Im Bereich Environment fokussiert sich die LEG insbesondere auf die Verbesserung der Klimabilanz des Unternehmens und setzt dabei auf Beiträge aus der energetischen Modernisierung, aus der energetischen Sektorkopplung und aus einem veränderten Mieterverhalten, um Klimaneutralität bis 2045 zu erzielen. Dazu plant die LEG, bis 2024 bis zu 500 Millionen Euro und bis 2030 ca. 1,5 Milliarden Euro in Maßnahmen zu investieren.

  1. Energetische Modernisierung
    Ein wesentlicher Meilenstein auf dem Weg zur Klimaneutralität ist die 10-prozentige
    CO2-Reduktion bis 2024 von 36,7 kg CO2e/m² auf 33 kg CO2e/m². Damit ist die LEG das bisher einzige Unternehmen im Sektor, das sich neben der Einhaltung eines langfristigen Klimapfades konkrete, mittelfristige Minderungsfortschritte ins Pflichtenheft geschrieben hat. Die Grundlage hierfür sind Ist-Daten statt der bisher branchenweit verwendeten Hochrechnungen auf Basis von Energieausweisen.


Die LEG kann dabei auf einem guten Track Rekord aufsetzen. Bereits seit 2017 hat das Unternehmen im Rahmen des LEG-Sanierungsprogramms 2017 bis 2021 jährlich mindestens
3 Prozent des Portfolios modernisiert und dabei eine durchschnittliche Effizienzsteigerung von mehr als 30 Prozent erreicht.

Zukünftig wird die LEG für die Planung und Auswahl der Modernisierungsprojekte neben dem Return on Investment und der Bezahlbarkeit für die Kunden auch eine hohe CO2-Minderung als weiteren wesentlichen Aspekt berücksichtigen. Hierbei wird das Unternehmen Zuschüsse des neuen BEG sowie regionale Fördermittel nutzen, damit LEG-Wohnungen auch nach der Modernisierung bezahlbar bleiben.

  1. Energiewirtschaftliche Sektorenkopplung
    Die Umstellung Deutschlands auf grüne Heizenergie ist für die Immobilienwirtschaft und für die LEG ein wichtiger Baustein zum Erreichen der Klimaneutralität, insbesondere in Form von grüner Fernwärme und grünem Strom. Das Unternehmen geht davon aus, dass im Jahr 2045 nur noch 10 Prozent des LEG-Portfolios mit Gas beheizt werden. Das Unternehmen kann im Vergleich zum Gesamtmarkt auf einem bereits recht klimafreundlichen aktuellen Energiemix aufsetzen. Fernwärme macht derzeit rund 30 Prozent der Heizenergie im LEG-Portfolio aus. Den größten Teil des Portfolios versorgen heute effiziente Gasheizungen. Der Heizölverbrauch ist minimal. Ab 2030 wird der Anteil grüner Energien die aktuell effizient und zeitgemäßen gasbefeuerten Heizungsanlagen bei der LEG immer stärker verdrängen.

Eine Besonderheit bildet das LEG-eigene Biomasseheizkraftwerk im Siegerland. Bei voller Anrechnung würde dieses den CO2-Fussabdruck der LEG um 18 Prozent senken, findet im aktuellen Bilanzrahmen derzeit jedoch keine Berücksichtigung. Es speist grünen Strom ins allgemeine Netz ein, der dem jährlichen Bedarf von rund 45.000 LEG-Haushalten entspricht.

Dieser Punkt zeigt, wie elementar wichtig eine sektorübergreifende Zusammenarbeit von Energie- und Gebäudewirtschaft zur Erreichung der deutschen Klimaziele ist.

  1. Verändertes Mieterverhalten

Die Erreichung der Klimaziele im Gebäudesektor bedingt auch eine Änderung des Verbrauchsverhaltens der Mieterinnen und Mieter. Ein Treiber hierfür ist die zunehmende Digitalisierung der Bestände. Echtzeitdaten zum Verbrauch über Smart Metering sowie Informationen über Wetterbedingungen und Temperaturen können dem Kunden aufzeigen, wie er von einem effizienteren Nutzungsverhalten profitieren kann. Der Daten-Zugang und das Verständnis der wesentlichen Zusammenhänge sollten dabei so praktisch wie möglich gestaltet werden, etwa über Apps und Gamification-Ansätze.

Branche und Unternehmen sind hierbei noch in einem Entwicklungsprozess. Neben Fragen des technischen Fortschritts gilt es, eine Reihe datenschutzrechtlicher Fragen zu klären.

Soziales Engagement: Verantwortung für Kunden, Mitarbeiter und Kommunen

Mit einem Anteil von rund einem Viertel Sozialwohnungen ihres Portfolios und einer Durchschnittsmiete von 6,03 Euro/m2 nimmt die LEG ihre hohe Verantwortung im Bereich „bezahlbarer Wohnraum“ wahr. Neben der Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten ihrer Kunden und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis genießen weitere Aspekte der Kundenzufriedenheit bei der LEG höchste Priorität.


Derzeit wünschen sich 52 Prozent der LEG-Kunden einen noch schnelleren Service bzw. eine noch zügigere Lösung ihrer Anliegen. Daher hat sich die LEG für 2021 das Ziel gesetzt, die Wiederholungsanrufe im Zentralen Kundenservice um 15 Prozent zu senken. Das Unternehmen wertet dies als starken Indikator für die Geschwindigkeit und Qualität seiner Serviceaktivitäten.

Ab 2022 führt das Unternehmen einen umfassenden Kundenzufriedenheitsindex (CSI) ein, der alle Aspekte der Kundenzufriedenheit, d.h. die Zufriedenheit mit den Services, dem Produkt, der Reputation und dem Preis-Leistungs-Verhältnis, berücksichtigt. Bis 2025 soll ein Branchen-Spitzenwert von über 70 Prozent erreicht werden.

In puncto Mitarbeiterzufriedenheit hat sich das Unternehmen vorgenommen, den aktuell hohen Wert für den sog. Trust Index von 66 Prozent 2024 erneut zu erreichen. Schon heute gehört das Unternehmen mit fünf weiteren Unternehmen zur Kategorie „Beste Arbeitgeber NRWs“.

Die LEG setzt zudem auf den weiteren Ausbau ihrer gemeinnützigen Stiftungsarbeit. Die Ende 2019 gegründete „Stiftung – Dein Zuhause hilft“ unterstützt genau dort, wo Hilfe benötigt wird. 2020 lag der Fokus auf Corona-Hilfsprojekten, 2021 konzentriert sie sich auf die nachhaltige Sozialarbeit mit eigenen Sozialmanagern und erfahrenen Netzwerkpartnern in den Wohnquartieren. Die Anzahl der Projekte ist seit Jahresbeginn von 28 nochmals um 14 auf nunmehr 42 gewachsen.

LEG macht sich stark für praktikable und faire Lösungen beim Klimaschutz

Aufgrund ihrer Tätigkeit im bezahlbaren Wohnen und ihrer Kenntnisse aus zahlreichen sozialen Engagements plädiert die LEG für eine bessere staatliche Unterstützung von Mietern energetisch modernisierter Wohnungen. Eine Subjektförderung analog zum Wohngeld – etwa als eine Art Energiegeld – könnte die Akzeptanz für Klimaschutzmaßnahmen steigern und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Mietern über die Härtefallregelungen der Wohnungsunternehmen hinaus schützen. Die Mittel könnten mit den Einnahmen aus der erhobenen CO2-Umlage finanziert werden.

Ebenso macht sich die LEG stark für eine praktikable und faire Lösung der Fragen rund um die CO2-Umlage. Das Unternehmen zeigt Verständnis dafür, dass aufgrund sozialer Aspekte das Verursacherprinzip, wonach 100 Prozent des CO2-Preises vom Mieter als Nutzer zu tragen wären, für politischen Diskussionsstoff sorgt. Ein Anteil von 50 Prozent, wie von der LEG eingeplant, dürfte allerdings viele kleine Vermieter überfordern. Kontraproduktiv sind zudem Überlegungen, die Vermieter von Gebäuden wenig energieeffizienter Gebäudeklassen besonders stark zu belasten. Der Anreiz, diese Wohnungen zuvorderst zu modernisieren, steigt dadurch überproportional stark. Genau hier wohnen jedoch Menschen, die sich in der Regel genau nur diesen besonders günstigen Wohnraum leisten können. Es besteht somit die Gefahr der Gentrifizierung bezahlbarer Quartiere. Hinzu kommt der unvertretbar hohe bürokratische Aufwand bei der Rückvergütung für Mieter mit dezentralen Heizungssystemen, wie z.B. Gaszentralheizungen.

Gute Unternehmensführung: niedriges ESG Risk Rating als starker Indikator
Als Indikator für eine gute Corporate Governance strebt die LEG 2021 erneut ein unverändert starkes ESG-Risk-Rating durch die Experten von Sustainalytics an (2020: 10,4). Das Rating überprüft eine gute Unternehmensführung anhand von fast fünfzig Einzelaspekten und bildet das „G“ somit umfassend ab.

Rahmenwerk für ESG-Finanzierungen veröffentlicht

Zeitgleich mit der detaillierten Erläuterung seiner ESG-Strategie legt die LEG Immobilien SE das erste Rahmenwerk für ESG-Finanzierungen eines deutschen, börsennotierten Wohnungsunternehmens vor, das sowohl die ICMA Green Bond Principles und EU-Taxonomie als auch die hohen sozialen Anforderungen an die Wohnungswirtschaft berücksichtigen. Damit unterstreicht das Unternehmen einmal mehr seinen Anspruch, Umweltaspekte, Sozial- und Kundenorientierung sowie Wirtschaftlichkeit in Einklang zu bringen.

Das Regelwerk ermöglicht sowohl die Begebung von „Sustainable Bonds“ – also festverzinslichen Wertpapieren, Schuldverschreibungen, Wandelanleihen als auch nachhaltige Kreditfinanzierungen, deren Emissionserlöse zur Finanzierung nachhaltiger Investitionsvorhaben verwendet werden.

Das Rahmenwerk der LEG konzentriert sich dabei auf nachhaltige Projekte in den Bereichen bezahlbares Wohnen/Sozialwohnungen (inklusive des Neubauprogamms mit insgesamt rund 500 Einheiten p.a. ab 2023 zur Schaffung von zusätzlichem bezahlbarem, energieeffizientem Wohnraum), zertifizierte umweltfreundliche Gebäude, hohe Standards für die energetischen Sanierungen im Bestand Community Engagement, den Einsatz erneuerbarer Energien sowie emissionsarmer Transportmöglichkeiten.

Das ESG-Regelwerk wurde durch die ESG-Ratingagentur Sustainalytics zertifiziert.

Das ESG-Framework der LEG und die Second Party Opinion (Zertifizierung durch Sustainalytics) können online eingesehen werden unter: https://ir.leg-se.com/investor-relations/creditor-relations

Susanne Schröter-Crossan, CFO der LEG Immobilien SE erläutert: „Mit unserem Sustainable Financing Framework schaffen wir eine Plattform, um nachhaltige Finanzierungen künftig als integralen Bestandteil unseres Finanzierungsmixes zu nutzen. Als führendem Anbieter von bezahlbarem Wohnraum war uns bei der Erstellung des Frameworks die Einbeziehung sozialer Projekte besonders wichtig, da diese ein integraler Bestandteil unserer Strategie sind.“


Schlussbemerkung: Gelegentlich wird in dieser Mitteilung von Kunden, Mietern, Mitarbeitern, Investoren u. a. gesprochen. Dies dient zur Vereinfachung der Lesbarkeit und schließt alle Geschlechter ein.

Über die LEG

Die LEG ist mit rund 145.000 Mietwohnungen und rund 400.000 Bewohnern ein führendes börsennotiertes Wohnungsunternehmen in Deutschland. Das Unternehmen unterhält in seinem Stammland Nordrhein-Westfalen sieben Niederlassungen und ist an ausgewählten Standorten in weiteren westdeutschen Bundesländern mit persönlichen Ansprechpartnern vor Ort vertreten.

Aus ihrem Kerngeschäft Vermietung und Verpachtung erzielte die LEG im Geschäftsjahr 2020 Erlöse von rund 861 Millionen Euro. Im Rahmen ihrer 2018 gestarteten Neubauoffensive möchte die LEG einen gesellschaftlichen Beitrag zur Schaffung von sowohl frei finanziertem als auch öffentlich gefördertem Wohnraum leisten und ab 2023 jährlich mindestens 500 Neubauwohnungen errichten bzw. ankaufen.

Kontakt Investor Relations:

Frank Kopfinger

Tel. +49 211 45 68-550

E-Mail: frank.kopfinger@leg-se.com

Kontakt Presse:

Sabine Jeschke

Tel. +49 211 45 68-325

E-Mail: sabine.jeschke@leg-wohnen.de

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