Lebensnotwendige OP für Stefanie Giesinger: Was ist das Kartagener-Syndrom?

Stefanie Giesinger leidet unter einer Erbkrankheit. (Bild: Getty Images)

Model Stefanie Giesinger liegt erneut im Krankenhaus und musste dieses Mal sogar operiert werden. Schuld ist eine Erbkrankheit, das Kartagener-Syndrom.

Unter dem Kartagener-Syndrom versteht man die angeborene seitenverkehrte Anlage der inneren Organe. Wie für viele andere auch, ist die Krankheit für Giesinger eine schmerzhafte Angelegenheit, wegen der sie sich seit ihrem 13. Lebensjahr schon oft in Behandlung begeben musste. Erst im vergangenen Dezember musste die 21-Jährige ins Krankenhaus. Nun stand erneut eine Operation an. Auf Instagram teilte das Model nach dem Eingriff ein Foto und einen kurzen Clip von der OP-Narbe am Bauch.


„Langer Rede kurzer Sinn: Ich hab’s geschafft.“

In dem kurzen Video sieht man, dass Giesinger nach dem Eingriff immer noch leicht benommen ist. Während ihrer GNTM-Teilnahme hatte sie erstmals über ihre lebensbedrohliche Krankheit gesprochen. „Ich habe eine Krankheit, die zuerst kein Arzt heraus gefunden hat“, verriet sie 2014 im Interview mit der „Bild“. „Mir ging es total schlecht, ich behielt kein Essen bei mir. Musste jeden Tag erbrechen.“ Ihr Umfeld ging zunächst davon aus, dass sie an Bulimie litt. „Ich wurde sogar immer wieder zum Psychologen geschickt.“

Beschwerden und Symptome des Kartagener-Syndroms

Wie in Giesingers Fall kann es bei der Krankheit dazu kommen, dass sich der Magen so verdreht, dass sich Nahrungsbrei darin anstaut. Nur eine achtstündige Not-OP konnte Giesinger im Alter von 13 Jahren das Leben retten.

Hinter Giesingers Kartagener Syndrom und den schlimmen Symptomen steckt die Erbkrankheit „Primäre Ciliäre Dyskinesie“, kurz PCD. Dabei bewegen sich bei Betroffenen die Flimmerhärchen in den Atemwegen nicht richtig und die Schleimhäute können nicht richtig gereinigt werden. Dann kommt es oft zu chronischer Bronchitis, Husten, Schnupfen und Nasennebenhöhlenentzündungen. Auch der Geruchssinn kann unter dieser Krankheit leiden.

Die Hälfte der PCD-Betroffenen leidet zusätzlich unter einem sogenannten „Situs inversus“, bei dieser anatomischen Besonderheit sind die Organe spiegelverkehrt angeordnet – wie in Giesingers Fall spricht man dann vom Kartagener-Syndrom. Durch die „Wanderorgane“ sind männliche Kartagener-Patienten oft unfruchtbar, weil die Krankheit die Beweglichkeit der Spermien beeinflusst, bei Frauen kann es ebenfalls zu einer verminderten Fruchtbarkeit kommen. Die Erbkrankheit ist sehr selten und nur autosomal-rezessiv vererblich. Das heißt, Nachkommen sind erst dann betroffen, wenn beide Elternteile die Genveränderung aufweisen. Die Krankheit muss daher auch nicht in jeder Generation auftreten.

Die Bezeichnung Kartagener-Syndrom stammt vom Internisten Manes Kartagener. Der Österreicher hatte die Krankheit erstmals 1933 beschrieben.