Lebenslange Haftstrafe für Ex-Blackwater-Söldner wegen Irak-Massakers aufgehoben

Fast zehn Jahre nach der Tötung von mindestens 14 irakischen Zivilisten hat ein US-Berufungsgericht die lebenslange Haftstrafe eines ehemaligen Mitarbeiters der privaten Sicherheitsfirma Blackwater aufgehoben. Dem 33-jährigen Nicholas Slatten habe nicht getrennt von seinen drei Mitangeklagten der Prozess gemacht werden dürfen, urteilte das Bundesberufungsgericht in Washington am Freitag. Die Richter ordneten zudem eine Neuverhandlung für Slattens Ex-Kollegen an.

Der Ex-Söldner Slatten war 2014 wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Seine früheren Kollegen Paul Slough, Evan Liberty und Dustin Heard wurden wegen Totschlags und illegalen Waffengebrauchs zu 30 Jahren Haft verurteilt. Dieses Strafmaß sei "völlig unverhältnismäßig", urteilte nun das Berufungsgericht.

Die vier Blackwater-Mitarbeiter hatten am 16. September 2007 auf dem belebten Nisur-Platz in Bagdad mit Sturmgewehren, Maschinengewehren und Granatwerfern willkürlich in die Menge gefeuert. Sie hatten einen Diplomatenkonvoi beschützen sollen. Einer US-Untersuchung zufolge wurden binnen einer knappen Viertelstunde 14 Zivilisten getötet, irakische Ermittler sprechen von 17 Todesopfern.

Im ersten Prozess hatten die Ex-Söldner auf nicht schuldig plädiert und sich auf Selbstverteidigung berufen. Nach eigenen Angaben hatten sie den Fahrer eines herannahenden Autos für einen Selbstmordattentäter gehalten. Für ihre Darstellung, andere hätten zuerst das Feuer eröffnet, gab es aber keine Beweise.

Das Massaker in Bagdad hatte den US-Militäreinsatz im Irak weiter in Misskredit gebracht, Blackwater kostete es seine Aufträge im Irak. Nach der Bluttat benannte sich die Sicherheitsfirma zunächst in Xe um. Seit 2011 heißt das Unternehmen Academi und bietet weiter Personenschutz sowie Sicherheitstrainings an.