Lebenslange Haft für Mutter von fünf getöteten Kindern aus Solingen

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Justitia (AFP/INA FASSBENDER)

Im Prozess um fünf getötete Kinder im nordrhein-westfälischen Solingen ist die angeklagte Mutter am Donnerstag wegen fünffachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Wuppertal erkannte zudem auf eine besondere Schwere der Schuld. Die Frau hatte im September 2020 fünf ihrer sechs Kinder in ihrer Wohnung in Solingen getötet, nur ein elfjähriger Sohn überlebte.

Als Motiv für die Tat nannte die Kammer eine Mischung aus Enttäuschung, Wut und "Verzweiflung darüber, dass das Lebenskonzept mit einer Großfamilie, die auf einer Insel vor sich hinlebt, zerplatzt ist". Die Erkenntnis, dass es im Leben ihres getrennt lebenden Ehemanns eine neue Frau gab, habe für die 28-Jährige eine "erhebliche Demütigung und Kränkung" dargestellt. Mit der Tat habe sie womöglich auch ihren Mann bestrafen wollen.

Am Tag der Tat, als sie das Foto ihres Ehemanns mit dessen neuer Partnerin gesehen hatte, sei ihr etwas entglitten. "Ihr Leben hat sich in diesem Moment aus ihrer Sicht grundlegend geändert", sagte der Vorsitzende Richter Jochen Kötter. Das habe sie nicht ertragen können.

Die 28-Jährige ist nach Auffassung der Kammer trotz ihrer "narzisstischen Persönlichkeitsstruktur" und früherer diagnostizierter Störungen ihres Sozialverhaltens und ihrer Emotionen voll schuldfähig. Die Störungen sowie Mobbingerfahrungen hätten in ihrer weiteren Entwicklung "keinen Nachhall gefunden", sagte der Vorsitzende Richter.

K. hatte sich im ganzen Verfahren nicht zu den Vorwürfen geäußert, auch ein letztes Wort verweigerte sie. Zur Urteilsverkündung erschien sie wie auch bei den Plädoyers in grauem Kapuzenpullover und grauen Jeans, dazu trug sie einen weiß-blauen Schal.

Laut Anklage hatte K. ihre fünf jüngsten Kinder am 3. September 2020 in ihrer Wohnung erstickt beziehungsweise erwürgt. Demnach verabreichte sie ihren drei Töchtern und zwei Söhnen im Alter von eineinhalb bis achteinhalb Jahren verschiedene Medikamente und tötete sie in der Badewanne. Die toten Kinder soll die zur Tatzeit 27-Jährige in Handtücher gewickelt in ihre Betten gelegt haben.

Ihr sechstes Kind war zum Tatzeitpunkt in der Schule und überlebte deshalb. Die Mutter wurde nach einem Suizidversuch im Düsseldorfer Hauptbahnhof verletzt im Krankenhaus behandelt. Ihren Sohn hatte sie laut Staatsanwaltschaft noch dazu bewegen wollen, sich vor einen Zug zu stürzen. Der Fall sorgte bundesweit für Entsetzen.

ruh/cfm

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