Lebenslänglich für 2 Russen und einen Ukrainer wegen Abschuss von Flug MH17

Im Strafprozess gegen vier mutmaßlich Hauptverantwortliche für den Abschuss des Malaysia-Airlines-Fluges MH17 im Jahr 2014 hat ein niederländisches Gericht in Schiphol sein Urteil verkündet: Zwei Russen und ein Ukrainer wurden des Mordes für schuldig befunden, ein weiterer russischer Angeklagter wurde freigesprochen.

Die Urteile gegen Igor Gurkin, Sergei Dubinsky und der Ukrainer Leonid Khartchenko fiel in Abwesenheit, Moskau hatte sich geweigert, die Angeklagten auszuliefern.

Separatistenführer Igor Girkin (51), seine rechte Hand Sergej Doebinski (60) und Garnisionskommandant Leonid Chartsjenko (50) wurden zu lebenslanger Freiheitsstrafe und der Zahlung von 16 Millionen Euro Schadenersatz verurteilt.

298 Tote bei Abschuss durch russische Flugabwehrrakete

Flug MH17 der Malaysian Airlines stürzte im Juli 2014 über dem Kriegsgebiet im Osten der Ukraine ab. Alle 298 Insassen wurden getötet, die meisten waren Niederländer. Nach umfangreichen internationalen Untersuchungen wurde festgestellt, dass das Flugzeug – wenn auch wohl versehentlich - von pro-russischem Rebellengebiet aus mit einem russischen Buk-Flugabwehrraketensystem abgeschossen wurde.

Mit der Urteilsverkündung bestätigte am Donnerstag das niederländische Gericht damit erstmals Untersuchungen internationaler Ermittler. Das Luftabwehrsystem war demnach von einer russischen Militärbasis in die Ukraine geschafft und nach dem Abschuss zurückgebracht worden.

Die Verurteilten sitzen sicher in Russland

Die Chancen, dass die Verurteilten ihre Strafe tatsächlich verbüßen, sind praktisch gleich null. Russland liefert Staatsangehörige fast nie aus.

Bemerkenswert ist die Verurteilung wegen Mordes, was voraussetzt, dass die Tat vorsätzlich begangen wurde. Allerdings wird davon ausgegangen, dass Flug MH17 versehentlich abgeschossen wurde.

Die Staatsanwaltschaft argumentiert jedoch, dass es keine russischen Waffen in der Ukraine hätte geben dürfen, da Russland behauptete, es sei 2014 am Konflikt in der Ostukraine nicht beteiligt gewesen.