Lebenserwartung Neugeborener bei über 90 Jahren

Die Hand eines Säuglings klammert sich an den Finger eines erwachsenen Mannes. Neugeborene werden statistisch gesehen heute mehr als 90 Jahre alt. Foto: Rolf Vennenbernd

Die Babys von heute leben vielleicht noch länger als bisher erwartet. 2017 geborene Jungen könnten durchschnittlich bis zu 90 Jahre, Mädchen bis zu 93 Jahre alt werden, berichtet das Statistische Bundesamt in Wiesbaden.

Voraussetzung ist, dass sich die Lebensverhältnisse wie bisher weiterentwickeln. Grundlage der Schätzung sind neue Modellrechnungen des Statistiker. Sie basieren auf den sogenannten Kohortensterbetafeln der Geburtsjahrgänge von 1871 bis 2017.

Angesichts der steigenden Lebenserwartung fordern die deutschen Versicherer, das errechnete Durchschnittsalter für jeden Menschen auf der jährlichen Renteninformation anzugeben. «Die Deutschen unterschätzen nach wie vor ihre eigene Lebenserwartung. (...) Menschen müssen wissen, wie alt sie werden, um sich besser auf ihren Ruhestand vorbereiten zu können», sagte Alexander Erdland, Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Eine Frau, die 65 Jahre alt ist, konnte im vergangenen Jahr statistisch mit weiteren 20,9 Lebensjahren rechnen, ein 65 Jahre alter Mann mit weiteren 17,7 Lebensjahren.

Neben mehr Aufklärung zur Lebenserwartung fordern die Versicherer auch, Arbeitnehmer nicht starr mit 63, 65 oder 67 Jahren in Rente zu schicken, sondern die Altersgrenze flexibel zu machen. Zugleich müssten mehr Bildungsangebote für ältere Menschen geschaffen werden. «Denn gute und vor allem lebenslange Bildung ist eine entscheidende Voraussetzung, damit längeres Arbeiten gelingen kann», sagte Erdland.

Statistik zu Sterbetafel