Leben wie im Palast - Pariser Ritz versteigert sein Mobiliar

Leben wie im Palast - Pariser Ritz versteigerte sein Mobiliar

Hocker aus der berühmten Hemingway-Bar, eine Badewanne aus dem 19. Jahrhundert und eine Harfe aus dem "Proust-Salon": Sie gehören zu mehr als 10.000 Möbeln und Objekten, die das Pariser Luxushotel Ritz ab kommendem Dienstag versteigert. Das Auktionshaus Artcurial hat sich zu diesem Anlass in einen Nachbau des Ritz verwandelt.

Bis Montag ist dort eine Auswahl von rund 3500 Stücken zu sehen, die ersteigert werden können. Das Ritz trennt sich von ihnen, nachdem das berühmte Grand Hotel an der Place Vendôme Nummer 15 im Juni 2016 nach vierjährigen Bauarbeiten wiedereröffnet hat. Das Haus gehört seit 1979 dem ägyptischen Milliardär Mohamed Al-Fayed.

Die Schätzungen für die Stücke reichen von 100 Euro für Deckenlampen oder Raffhalter für Vorhänge bis zu 10.000 Euro für ein Paar monumentaler Nymphen-Skulpturen aus Bronze, die die Eingangshalle des Ritz schmückten.

Eine Badewanne, die das 1898 gegründete Ritz-Hotel als seine erste bezeichnet, wird auf 1500 bis 2000 Euro geschätzt. Der Schweizer Hotelgründer César Ritz, auch als Cäsar Ritz bekannt, habe seinen Gästen den größtmöglichen Komfort bieten wollen, sagt der Auktionator Stéphane Aubert. "Er wollte in jedem Zimmer und in jeder Suite ein Badezimmer und eine Badewanne wie diese haben. Das war in dieser Epoche sehr modern."

Im Pariser Ritz stiegen zahlreiche Größen der Zeit ab: Neben Coco Chanel etwa die US-Schriftsteller Francis Scott Fitzgerald und Ernest Hemingway. Während des Zweiten Weltkriegs hielten die Nazis das Ritz besetzt. Der Legende nach soll Hemingway als Soldat am 25. August 1944 mit seiner Waffe in das Nobelhotel eingedrungen sein, um es "persönlich zu befreien". Deshalb wurde die Bar nach ihm benannt.

Auch mehrere Filme wurden im Ritz gedreht, unter anderem "Ariane" von Billy Wilder aus dem Jahr 1957, mit Gary Cooper, Audrey Hepburn und Maurice Chevalier.