Le Pen will Kopftuchverbot im öffentlichen Raum durchsetzen

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Macron und Le Pen (AFP/Ludovic MARIN) (Ludovic MARIN)

Die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen hat ihre Forderung nach einem Kopftuchverbot im öffentlichen Raum bekräftigt. "Es ist eine Uniform, die die Islamisten aufzwingen", sagte die Rechtspopulistin im Fernsehduell gegen Präsident Emmanuel Macron am Mittwoch in Paris. Macron warf ihr vor, auf diese Weise Millionen von Menschen aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen. "Sie riskieren einen Bürgerkrieg", sagte er.

"Wir müssen alle diese Frauen befreien", erklärte Le Pen, die zugleich betonte, dass sie nicht gegen den Islam, sondern ausschließlich gegen die "Ideologie des Islamismus" vorgehen wolle. Sie hatte während des Wahlkampf gefordert, dass das Tragen eines Kopftuchs im öffentlichen Raum mit einer Ordnungsstrafe belegt werden solle - ließ sich aber auch mehrfach auf Selfies mit Kopftuch tragenden Frauen ein.

Macron betonte seinerseits, dass dies nicht mit der französischen Verfassung vereinbar sei. "Frau Le Pen, Sie wollen, dass Frankreich, das Land der Aufklärung, das erste Land der Welt wird, dass religiöse Zeichen im öffentlichen Raum verbieten will - das ist doch Unsinn", sagte Macron.

Die beiden Kandidaten treten am Sonntag in der Stichwahl gegeneinander an. Es war die einzige Debatte, in der sie in diesem Wahlkampf aufeinander trafen.

kol/fml

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