Lauterbach rechtfertigt Aufheben der Maskenpflicht im Flugzeug

BERLIN (dpa-AFX) - Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat das geplante vorläufige Aufheben der Corona-Maskenpflicht in Flugzeugen gerechtfertigt, hält für Busse und Bahnen aber weiter daran fest. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist das Tragen von Masken in den Bussen und Bahnen sinnvoll und notwendig", sagte der SPD-Politiker am Dienstag in Berlin. Das Risiko, sich zu infizieren, sei dort sehr viel höher als im Flugverkehr. Bei Flugzeugen sei die Lage etwas anders, weil an Bord durch Filteranlagen mehr Luftzirkulation herrsche.

Lauterbach verwies auch darauf, wie wenige Menschen im Vergleich zu den vielen Nutzern in Bussen und Bahnen fliegen. Somit seien beide Bereiche nicht vergleichbar. "Bei internationalen Flügen wird leider so gut wie keine Maske mehr getragen. Da sind die Maßnahmen gelockert worden", erläuterte er. So habe die Lufthansa <DE0008232125> immer wieder erklärt, dass sie die Maskenpflicht in Flugzeugen nicht mehr umsetzen könne. "Daher haben wir davon Abstand genommen und reduzieren uns auf die Bereiche im Inland, wo das möglich ist."

Lauterbach betonte, es sei "von vornherein klargestellt gewesen, dass wir über die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen nicht verhandeln". Auf Drängen der FDP wollen die Koalitionsfraktionen die ursprünglich weiterhin geplante bundesweite Maskenpflicht in Flugzeugen zum Herbst aus dem Infektionsschutzgesetz streichen. Der Minister erläuterte mit Blick auf die geänderten Pläne, wenn im Herbst die Fallzahlen stark stiegen, "dann könnten wir als Regierung per Verordnung auch in den Flugzeugen die Maskenpflicht im Flugzeug wieder einführen".

Lauterbach äußerte sich vor Beratungen des Gesundheitsausschusses über die Gesetzespläne zu den Corona-Regeln für den Herbst, die an diesem Donnerstag im Bundestag beschlossen werden sollen. Insgesamt sei dies ein sehr gutes, relativ komplettes Paket. "Ich glaube tatsächlich, dass wir mit dieser Vorbereitung im Herbst die Pandemie im Griff haben werden." Hierzu gehörten neben Eingriffsmöglichkeiten mit Masken und Teilnehmerobergrenzen in Innenräumen auch angepasste Impfstoffe, ein stärkerer Einsatz von Medikamenten bei Erkrankten und eine bessere aktuelle Datenlage etwa zu Krankenhausbelegungen.