Deutschland will Leopard-2-Panzer in die Ukraine liefern und Polen wohl die Ausfuhr genehmigen

Ein Leopard-2-Panzer der Bundeswehr fährt beim Besuch von Bundeskanzler Scholz durch das Camp Adrian Rohn.  - Copyright: picture alliance/dpa | Michael Kappeler
Ein Leopard-2-Panzer der Bundeswehr fährt beim Besuch von Bundeskanzler Scholz durch das Camp Adrian Rohn. - Copyright: picture alliance/dpa | Michael Kappeler

Nach einer wochenlangen Debatte soll Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) heute die Entscheidung gefällt haben, dass Deutschland Kampfpanzer des Typs "Leopard 2" an die Ukraine liefern wird. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag in Berlin aus Koalitionskreisen. Zuvor hatten "Spiegel" und ntv darüber berichtet. Die Entscheidung soll wohl noch an diesem Mittwoch verkündet werden, berichtete außerdem die ARD und berief sich ebenfalls auf Koalitionskreise.

Dabei soll es laut "Spiegel" um mindestens eine Kompanie Leopard 2A6 gehen. Teil der Genehmigung der Bundesregierung soll dabei auch die Leopard-2-Auslieferung anderer Länder sein, etwa von Polen.

Zuvor hatte die US-Tageszeitung "Wall Street Journal" am Dienstagnachmittag berichtet, dass die USA eine Lieferung von Kampfpanzern des Typs "Abrams" in Erwägung ziehe. Auch in Frankreich soll es Überlegungen zu Panzer-Lieferungen in die Ukraine geben. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bedankte sich auf Twitter bereits beim französischen Präsidenten Emmanuel Macron für die Entscheidung, die Ukraine mit Panzern zu unterstützen.

Dieser Inhalt stammt von einem Drittanbieter. Um diesen anzuzeigen, müssen Sie Ihre Datenschutzeinstellungen ändern.
Dazu hier klicken.

Reaktionen aus der Ampel-Koalition zur Panzer-Entscheidung des Kanzlers

Auch innerhalb der Ampel-Koalitionen haben sich bereits Verteidigungspolitiker zur Entscheidung Olaf Scholzs (SPD) geäußert: "Die Entscheidung war zäh, sie dauerte viel zu lange, aber sie ist am Ende unausweichlich. Dass Deutschland die Lieferung seines Panzers Leopard 2 durch Partnerländer freigibt und auch selbst liefert, ist eine erlösende Nachricht für das geschundene und tapfere ukrainische Volk", sagte Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Die Entscheidung bedeute einen wichtigen Schritt in der Zurückdrängung des brutalen Angriffs Russlands auf ein unschuldiges Land. "Mit der sehr großen Hilfe, die Deutschland in den letzten Monaten bereits geleistet hat und mit seinen Partnern noch leisten wird, ist heute ein entscheidender Schritt auf dem Weg zurück zu Frieden und Freiheit gelungen. In diesen Bemühungen werden wir nicht nachlassen, bis dieser Weg vollendet ist", sagte Strack-Zimmermann. Die Freien Demokraten sind dankbar, dass der kontinuierliche Einsatz für die Menschen in der Ukraine erfolgreich sei.

mit dpa/jel